Ein Greenhorn in Amarasi

Könige, ein Vogelmotiv und ein häßlicher Schal

Ich bin in Timor angekommen. Nicht nur physisch. Ich fühle mich willkommen und kann mit meinen Forschungen über die Kultur der Atoin Meto beginnen.
Für einen ersten Besuch wähle ich Baun aus, eine Ortschaft südöstlich von Kupang gelegen. Baun liegt zweihundertvierundfünfzig Meter über Normalnull. Das Klima ist hier angenehmer als in der feuchtheißen Kupangbucht.
Baun ist eine Ortschaft im Regierungsbezirk Kupang. Im Landkreis Amarasi Barat. Amarasi, einst eines von zehn feudalen Königreichen, und von einer Dynastie mit absoluter Machtfülle regiert. In Amarasi, und so auch in Baun, spricht man einen ganz eigenen Dialekt und trägt eine differenzierende Tracht. Die Atoin Meto erkennen an der Musterung der Kleidung, woher der andere kommt.

Die Ortschaft Baun liegt fünfundzwanzig Kilometer südöstlich von Kupang. Von dort aus ist die Baun leicht erreichbar. Mit einem der zahlreichen Bemos oder dem Bus. Der őffentliche Nahverkehr in Kupang und Umgebung ist optimal ausgebaut. Ich fahre mit einem Bemo vom Terminal an den Stadtrand nach Oepura.
Nach kurzem Aufenthalt wechsele ich in Oepura das Bemo und fahre aus der Stadt hinaus aufs Land. Die Sicht aus dem überfüllten Kleinbus ist beschränkt. Die Fahrt geht durch dünn bewaldetes Gelände. Reichlich Kokospalmen und Bananen. Viele einheimische Bäume, deren Namen ich nicht kenne. Zwischen ihnen verstecken sich Gärten mit Nutzpflanzen. Schwer zu entdecken inmitten der ungezähmten Natur.
In den Gärten stehen kleine, rechteckige Häuser, deren Wände aus gespaltenen Blattrippen der Lontarpalme bestehen. Errichtet sind sie auf Bruchsteinfundamenten oder direkt auf dem planierten Lehmboden. Ein solches Gehőft umgibt Natur. Unstrukturierte Vegetation. Architektonisch sind Natur und Kultur streng geschieden.
Die Bewohner halten ihren Siedlungsplatz vegetationsfrei. Es gibt Spinnen, Raupen, Skorpione, Schlangen. Alle heißen Kauna und alle sind sie giftig. Und sie kriechen auf dem Boden. Gott verfluchte Luzifer dazu, mit dem Bauch auf dem nackten Erdboden zu kriechen. Die Atoin Meto sind seit Beginn der Kolonialisierung im siebzehnten Jahrhundert missioniert und oberflächlich bekehrt. Kauna sein heißt giftig sein. Und bősartig. Und kriechend. Eine Kauna hat keine Beine mit Hufen oder Füßen. Hőchstens dünne Gliedmaßen. Chitinummantelt und in Segmente gegliedert.
Fragment der Kosmogonie der Atoin Meto sind überliefert. Ursprünglich war Timor ein Krokodil. Dann kam Kune und trocknete das Land. Kune ist der erste Pah Tuan. Der erste Herr des Bodens. Er nahm als erster die große Echse in Besitz.
Früher gab es auch den Felsenphyton. Und im Brackwasser das fünffingrige Leistenkrokodil. In den Seen im Landesinneren, so erzählt man mir, lebte früher eine dreifingrige, hellrote Echse, einem Kaiman ähnlich.
Allesamt sind sie Kauna. Die Name Kauna bezeichnet eine Gattung. Eine weitere zoologische Gliederung ist nicht erforderlich. Gefährlich ist gefährlich. Die Namen sind religiöse, keine zoologischen Kategorien.
Dennoch ist Kauna nicht Kauna. Das Krokodil ist Uis Oe, der Herr des Wassers. Der Python ist Uis Meto, der Herr des trockenen Landes. Beide beanspruchten Menschenopfer. Früher, bevor die Atoin Meto Christen wurden. In Amarasi kannten sie Uis Oe Kbiti, den Fürst Wasserskorpion. Das ist ein ritueller Name des Leistenkrokodils. Die Überlieferungen berichten von jungen Frauen, die dem Krokodil vermählt wurden. Das klingt romantisch, besonders da Uis Oe Hűter sagenhafter Schätze ist. In einem Fruchtbarkeitsritual warfen die Priester die Frauen dem Leistenkrokodil zum Fraß vor. Das klingt archaisch. Einst unvermeidbar, um das fragile Verhältnis kühlender und heißer Energien zu kontrollieren.
Das Krokodil verlieh den Priestern von einst Träume und Visionen. Glaubten die Atoin Meto. Aber nur demjenigen, der sich verwandtschaftlich mit der Echse verbunden hat. Dann ist das Krokodil die Ehefrau des Priesters. Die dazu erforderlichen magischen Praktiken kennt heute niemand mehr. Es sind Märchen, die mir erzählt werden, die, mit einem Augenzwinkern bedacht, einen wahren Kern enthalten.
Anderswo in Westtimor heißt Uis Oe auch Besimnasi, der Alte mit dem eisenharten Ķőrper. Feuer wie der europäische Drache speit Besimnasi nicht.
Einst war Eisen ein begehrtes Metall bei den Atoin Meto. Ein Objekt der Begierde interinsularen Handels mit Chinesen, Arabern, Indern oder Europäern. Die Atoin Meto verstanden nichts von Eisenerzen und Eisenverhüttung, sie mussten die fertigen Gerätschaften importieren. In den Vorstellungen der Atoin Meto machte Eisen unverwundbar. Einen eisenharten Körper zu haben, eine Haut wie das Krokodils, war besonders für den Meo, den Krieger-Kopfjäger der Vergangenheit, unabdingbar. Undurchdringlich musste er in Krieg und Fehde sein. Wie einem Furor der den Berserker mit Odin verband, diesen schützte. Kontakt und Magie des Krokodil machten einst unverwundbar. Für die Atoin Meto war das Krokodil ein mächtiger Magier. Unverwundbar. Einer mit eisenharter Haut, einer der andere magisch bannen konnte. Diese Macht wünschte sich auch der Meo. So eiferte er dem Krokodil nach.
Unverwundbarkeitsrituale und magisch bannende Macht, den Feind magisch zu beeinflussen um ihm seine Widerstandskraft zu rauben. All das muteten sie dem Krokodil zu.
Das Krokodil ist nicht nur der Boden auf dem die Atoin Meto leben. Das Krokodil ist auch ein Ahne. Be`i Nai, die Großmütter und Großväter, sind das Kollektiv der Ahnen. Besi und Be`i, nur eine phonetische Ähnlichkeit? Ein Klang, der sich gut für analogische und sympathische Spekulationen und Wortspielereien eignet. Das Adelshaus Senak in Miomafo überliefert eine mythische Erzählung. Die Tochter des ersten Senak hieß Bikomi. Sie wandelte ihre Gestalt und wurde ein Krokodil und gab der Region ihren Namen. Seitdem ist das Krokodil für die Senak tabu und sie wickeln tote Krokodile in gemusterte Textilien und begraben sie wie Menschen.
In alten Tagen war das Krokodil überall in Timor ein heiliges Tier, das bis heute, zuammen mit dem Vogel, als zentrales Motiv in der textilen Ikonographie abgebildet ist.
Eine andere mythische Erzählung aus Bikmela in Fatu Le`u berichtet Ähnliches. In einer Vollmondnacht erschienen Krokodile, die ihre Haut ablegten um in menschlicher Erscheinung an einem Tanz teilzunehmen. Bei Tagesanbruch legten sie ihre Krokodilhaut wieder an, griffen die Einwohner des Dorfes an, und verschlangen sie.
Gestaltwandel ermöglicht es dem Krokodil menschlich aufzutreten. Auch der Python beherrscht diese Fähigkeit. Ein Nachkomme des letzten herrschernden Sonba`i aus Molo Miomafo zählt solche Ereignisse zum mystischen Wissen seines Klans über den Kreislauf des Lebens. Darüber zu sprechen ist ihm verboten. Tabu, sagt er.
Totemismus. Animist, Heide, zu sein, behindert im modernen Timor soziale Mobilität, erzählt mir Charles Zeth Babis, Kirchenvorstandmitglied und Vorsitzender der Demokratischen Partei Indonesiens.

Ich bin auf dem Weg nach Baun. Bescheidene Häuser entlang der Straße. Grasbündeldächer für die Mittellosen, Dächer aus Wellblech für die Reichen, unter denen sie in der hohen Luftfeuchtigkeit schwitzen, die hässlich rotbraun gefleckt, vor sich hin rosten. Von der Straße aus kann ich die einzelnen Häuser im Schutz der Gärten kaum erkennen.
Im Bemo ist es eng und drückend heiß. Die neuesten amerikanischen Popsongs hämmern aus überdimensionierten Lautsprechern unter den Sitzen. Auf den Plastikbänken kleben mir Hemd und Hose am Leib. Ströme von Schweiß fließen in Bächen an mir herab. Die Passagiere drängen sich aneinander. Jeder will mit und niemand bleibt zurück, solange er noch irgendwie in das Fahrzeug passt. Auch Hühner und Schweine mit zusammengebundenen Beinen sind mit dabei. Die vielen Körbe, Taschen und Pakete nicht mit gezählt, die auf Beinen und Füßen untergebracht sind. Es riecht nach Schweiß und nelkengewürztem Zigarettenrauch. Der mir in den Augen brennt, die zu tränen beginnen.
Die schmale, kurvenreiche Asphaltstraße führt stetig bergan, durch zwei kleine Weiler, einen Pass hinauf. Denen fehlt ein Zentrum, ein Dorfkern mit Markt, Kirche oder nur einem großen Baum. Größere Ansammlungen von Häusern sind charakterisch. Mehrere Wohnhäuser und Speicher versammeln sich auf einem vegetationsfrei gehaltenem Gelände. Dieses wiederum ist umgeben von dichter Vegetation. An der Peripherie bilden weitere einzeln stehende Häuser in ihren Gärten den Übergang in die Landschaft. Eine nicht abreißende Kette von Wohnhäusern, die ineinander übergehenden Dörfer in Süd-Bali, findet man zwischen Kupang und Baun nicht. Keine dichte Besiedlung. Mir fällt ein, gelesen zu haben, die Inseln Ostindonesiens zählen zu den am dünnsten Gegenden Nusantaras. Insbesondere Timor.
Der Minibus strebt der Passhöhe zu. Die Straße hat sich beharrlich verschlechtert. Kurz hinter Kupang eine relativ gute Asphaltdecke, die zunehmend beschädigt ist. Mit kleineren und größeren Schlaglöchern übersät, bezeugt sie den extremen Wechsel nasser und trockener Jahreszeiten. Mühssam quält sich das vollbeladene Bemo die Steigungen hinauf, die es anschließend in riskantem Tempo bergab nimmt. Durchgeschüttelt bewundere ich durch Lücken hindurch die welligen Hügel Amarasis. Zuletzt holpert und schaukelt der kleine Minibus steil bergauf. Eine steinige Piste. Oben auf dem Pass gibt es kaum noch Pflanzen oder Bäume. Mein freigegebener Blick fällt auf eine weit ausgebreitete Mittelgebirgslandschaft. Die Berghänge sind grasbewachsen. Vereinzelt große Bäume und Sträucher wirken auf mich wie ein grenzenloser Park. Mein erster Blick auf die trockene, hügelige Savanne Westtimors. Ich bin begeistert und verliebe mich augenblicklich.
Nachdem unser Bus den Pass bewältigt hat, werden die Steigungen abwärts immer sanfter. Schnell erreichen wir Baun in Amarasi Barat. Endstation.

Teunbaun, besser bekannt als Baun, ist das Verwaltungszentrum Amarasis. Administrativ gliedert sich Amarasi Barat in das Kelurahan Teunbaun und in sieben weitere Desas: Tunbaun, Toobaun, Niukbaun, Nekbaun, Merbaun, Erbaun und das Desa Soba, das Clarke Cunningham in den sechziger Jahren in seiner ethnologischen Studie berühmt machte. Im Landkreis Westamarasi leben zweiunddreißigtausend Atoin Meto auf einer Fläche von etwas über zweihundert Quadratkilometern.

Der Minibus hält auf einem großen von Bäumen umringten Platz. Ein steineres Podest unter dem geräumte Marktstände aufgestellt sind. Markt ist in Baun jeden Samstag
Ich kann nicht erkennen, ob ich im Zentrum oder am Dorfrand angekommen bin. Märkte, denke ich, werden in der Dorfmitte abgehalten. Warum soll das hier anders sein?
Aber ich sehe kaum Häuser. Hinten, an der Straße, ein kleiner Stand der Essbares anbietet. Take Away! Links die Schule. Noch weiter hinten mehrere Häuser unter mächtigen Bäumen. Ein Dorf, eine Stadt? Inmitten eines Parks? Ein freier, geräumiger Platz. Weiter entfernt schattige Streifen an den Rändern des Platzes. Nichts erinnert mich an die Enge Kupangs oder die Dichte der Dörfer anderswo. Weite freie Sicht unter einem leicht bewölkten Himmel, der andächtig seinen Regen zurückhält. Luft und Weite zu allen Seiten.
Ich fühle die befreiende Atmosphäre, die diesen großen Platz einhüllt. Nach Wochen der Mühe und Anstrengung kann ich wieder durchatmen. Keine technischen Geräusche, die in Kupang dominieren. Alle Geräusche stammen von Menschen und von Tieren. Und von dem Wind, der sanft weht. Nur ganz selten ein Auto oder ein Motorrad. Es ist so ruhig, dass Kinderlachen, Stimmen und Gitarrenspiel von weit her zu mir kommen.
Ich laufe durch Baun, die eine und andere Strasse entlang. Es gelingt mir nicht, ein Dorf zu erkennen, wie es meinem Begriff entspricht. In der Nähe des Marktplatzes, der an die beiden Seiten einer asphaltierten Straße grenzt, liegen die Häuser verhältnismäßig eng beieinander. An beiden Straßenseiten. Ich biege in einen Seitenweg, schon werden die Abstände größer. Der Eindruck, vielleicht doch in einem Dorf zu sein, lässt sofort nach. Die Vegetation ist so dominierend, dass ich immer nur zwei oder drei Häuser gleichzeitig sehen kann. Und die liegen fast ganz hinter dem üppigen Pflanzenwuchs versteckt. Die Gärten sind unterschiedlich groß. Nutzpflanzen, Mais und Blumen, Bananenstauden, Kokospalmen, Nangka-, Jati-, Kemiribäume, ein Jambubaum, schon fast verblüht. Um seinen Stamm hat sich ein Teppich aus rotem Blütenstaub ausgebreitet. In Baun ist es nicht so heiß und stickig wie in Kupang. Trotz der Mittagszeit. Große Bäume säumen fast alle Wege und spenden kontinuierlichen Schatten. Überall höre ich spielende Kinder. Vereinzelt kommen Erwachsene, die mich nach dem Woher und Wohin fragen.
In einem der Läden am Markt erzählt mir der Händler von einer Quelle. Eine toruristische Sehenswürdigkeit, sagt er, auf die zumindest der Ladenbesitzer stolz zu sein scheint. Ich finde einen idyllischen Ort. Ein kleines Tal, vollkommen im Schatten großer Ficusbäume gelegen, die ihre mächtigen Brettwurzeln in den Boden rammen. Eine klare, saubere Quelle. Eingefasst von brüchigem, verfallenem Mauerwerk. Ein Wasch- und Badeplatz für die Menschen in Baun. Eine Pumpe, in der eine Pipeline endet, versorgt Dorf und Quelle mit Wasser. Die Tage des mühseligen Wasserschleppens, aus diesem Tal hinaus ins Dorf, gehören in Baun der Vergangenheit an. Die Mückenschwärme nicht, die sich in diesem feucht-warmen, modrig-grünen Halbdunkel ausgehungert auf mich stürzen und mich schnell vertreiben.

In der Vergangenheit war Amarai eines der traditionellen kleinen Königreiche Westtimors. Politisch spielte das Reich von Amarasi einst eine bedeutende Rolle in der Geschichte Timors. Im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert setzten sich portugisiesche Siedler an der Südküste Timor, in Amarasi, fest, mussten aber später den Niederländern weichen. Diese besetzten Westtimor bis ins zwanzigste Jahrhundert. Die Atoin Meto im Inneren der Insel leisteten bis zuletzt heftigen Widerstand gegen diese Kolonialisierung.
Baun ist die Residenz der ehemaligen Herrscher von Amarasi. Die Kanaf Koroh, eine feudale Dynastie, einst mit absoluter Machtfülle, herrschte hier. Bis 1962 war Amarasi eines der Swaprajas Westtimors und besaß eine unabhängige regionale Verwaltung.
Als die Portugiesen Anfang im siebzehnten Jahrhundert in Amarasi eintrafen war dies ein mächtiges Reich. 1630 begannen die Dominikaner die katholische Mission der Atoin Meto in Amarasi. Der Raja von Amarasi war ein Feind der Niederländer, die nach Timor des Sandelholzes wegen kamen. Mit vereinten Kräften besiegte die militärische Allianz des Rajas und der Portugiesen 1656 die niederländische Expedition des Arnold de Vlaming van Oudshoorn. Nach diesem Sieg blieb Amarasi für ein Jahrhundert unter portugiesischem Einfluss. Die Kopfjäger Amarasis überfielen regelmäßig die Niederländer, die sich in Kupang festgesetzt hatten, und sicherten so Portugals Einfluss im Südwesten der Insel.
Baun war bis ins zwanzigste Jahrhundert der Regierungssitz der Rajas von Amarasi. Das war einmal. Über den Ursprung Amarasis kursieren mancherlei Erzählungen. Eine berichtet davon, dass die Herrscherdynastie des späteren Amarasi aus Wehale stammt, einer rituellen Konförderation in Belu, im Bergland Zentraltimors. Dort lebt heute das Volk der Tetun. Die Atoin Meto nennen sie Belu, Freund. Kulturverwandte, die zu beiden Seiten der Grenze zwischen West- und Osttimor leben.
Die Atoin Meto in Amarasi sprechen einen Dialekt des Uab Meto, der durch charakteristische Lautverschiebungen befremdlich wirkt. Sie tragen auch eine Tracht, die in ihren dominierenden Rottönen ganz anders wirkt. Sie ähnelt eher der Tracht der Tetunbevölkerung in Zentraltimor als dem üblichen Farbenkodex der Atoin Meto.

Ich atme tief ein unter diesem riesigen Himmel in Baun. Mit geweiteter Brust fülle ich meine Lungen mit kühler, frischer Luft.
Baun. Ich laufe los. Gehe in Richtung der Häuser am Horizont des Platzes. Ein einladender, freundlicher und friedlicher Eindruck. Grüne Atmosphäre. Durch Zweige und Blätter gefiltert glänzt das Sonnenlicht mattgrün. Überall wächst es, mitten im Ort. Nicht das üppig kräftige Grün des tropischen Westindonesiens, das ich in Bali oder Sumatera gesehen habe. Ein eher silbernes, vielleicht auch graues Grün. Ein sanfter, wohltuender Schimmer beherrscht die Atmosphäre in Baun. Silbergrün wie in den heimischen Birkenwäldern. Ich fühle mich angenehm berührt. Baun und Natur durchdringen sich. Die Natur geht mitten durch Baun hindurch. Auch ich gehe mittendurch.
Ich besuche den Palast der Rajas von Baun. Alle Rajas von Amarasi stammten aus Baun. Sie lebten in diesem ausgedehnten Palast, ihrem Sonaf, der aus drei Gebäuden besteht. Mit dem Haus seiner Ehefrauen gehört der Palast zu den architektonischen Hinterlassenschaften ihrer Herrschaft.
Noch immer steht ihr Sonaf, gut erhalten, mitten in Baun. Ein Zeugnis Jahrhunderte währender Macht. Der Sonaf Fafon ist das vornehmste Gebäude. In ihm fandenn Empfänge und offizielle Ereignisse statt. Der Sonaf Tnana ist das innere Gebäude im Zentrum der Anlage. Im großen Palast, im Sonaf Ko`u, wohnte der Raja. Das Zentrum der Palastanlage dominiert ein riesiger Waringinbaum, der mehrere Hundert Jahre alt sein soll. Mächtig genug dazu ist er.
Die dynastische Liste der Herrscher Amarasis ist seit der portugisieschen Kolonialzeit überliefert. Die ersten Rajas tragen portugiesische Namen, was zeigt, wie eng die Verbindung beider Völker gewesen sein muss.
Dom António I., 1665, sein Bruder, Dom Tomás, 1665, Dom António II., 1688, Dom Affonco, 1703 und Dom Augusto Fernandes, 1703. Dann kommt Nai Soti, 1714, ein indigener Fundamentalist, der indigene Traditionen revitalisiert. Vielleicht? Eine frühe Ausnahme. Er wählte einen authothonen Herrschernamen. Nai statt Dom. Ihm folgen weitere Herrscher mit portugiesischen Namen, als ob Portugal ein Machtwort gesprochen hätte.
Dom Luís Hornay, von 1749 bis 1752. In seine Regentschaft fiel die Schlacht von Penfui. Luís Hornay beteiligte sich an einem Krieg gegen die niederländische Ostindien-Kompanie in Kupang. Die Niederländer schlugen die vereinigte Streitmacht der Portugiesen und Atoin Meto und Amarasi fiel an die Niederländer. Im letzten Jahr der Herrschaft von Luis Hornay rebellierten die Atoin Meto gegen die niederländische Unterdrückung und schlossen sich wieder den Portugiesen an. Amarasi wurde erneut geschlagen, Luis Hornay tötete sich selbst und viele seiner Anhänger urden getötet oder versklavt. Erst Jahre später kehrten viele Atoin Meto wieder in ihre alten Siedlungen zurück. Amarasi aber blieb unter fremder Herrschaft, eine Herrschaft, die, anders als die Allianz mit Portugal, auf Unterdrückung und Ausbeutung beruhte. Bis 1940 blieben die Niederländer, dann kurz die Japaner und seit 1945 herrscht die indonesische Zentralregierung von Jawa aus im Land.
Von seinem Vater Luis Hornays übernahm sein Sohn, Dom Affonco Hornay, von 1752 bis 1774 die Herrschaft über Amarasi. Nach ihm herrschte dessen Sohn, Dom Rote Ruatefu, von 1774 bis 1802, in Amarasi. Und anschließend dessen Enkel, Kiri Lote, von 1803 bis 1832. Wieder ein einheimischer Name, kein portugiesischer Titel mehr. In diesen Namen klingt der Einfluss der Nachbarinsel Rote durch.
Mit dem Namen Koroh tritt Mitte des neunzehnten Jahrhunderts eine neue Namengruppe die Herrschaft in Amarasi an. Und aus dieser Zeit stammt auch der Sonaf in Baun. Während der Herrschaft des ersten Koroh-Rajas, mit Namen Koroh Kefi, von 1832 bis 1853, war Amarasi dreigegliedert. Dieser oberste Herrscher, mit rituellem Krönungsnamen Nai Jufa Naek, residierte in Buwarein. Ihm untergeordnet waren Talba und Houmen. Im neunzehnten Jahrhundert besaß Amarasi die gleiche politische Gliederung die aus Amanuban bekannt ist. Dort herrschten seit dem siebzehnten Jahrhundert Nope, Isu und Nakamnanu. Die Repräsentanten dieses Systems in Amarasi und Amanuban sind die obersten Herrscher Nai Jufa Naek alias Koroh Kefi und Nope. Exekutiv standen ihnen Talba und Isu sowie Houmen und Nakamnanu zur Seite.
Trotz der niederländischen Kolonialregierung in Kupang tragen von nun an die Herrscher in Amarasi indigene Namen. Von 1853 bis 1871 übernahm ein Obe Koroh, eine Neffe, die Macht und von 1872 bis 1887 führte Rasi Koroh I., einer seiner anderen Neffen, die Herrschaft in Baun. Abgelöst wurde er 1888 von Obe Korohs Sohn, Taku Obe, der bis 1891 die politische Macht innehatte. Interessanterweise taucht erst so spät Rasi als ein Eigenname eines Herrschers auf. Die Namen einiger historischer Königreiche in Westtimor setzen sich aus Ama, Vater, und einem Eigenname zusammen. Amarasi bedeutet also Ama Rasi, Vater Rasi, was an einen Mann mit Namen Rasi als mythischen Gründer einer Dynastie denken lässt. Etwa an denjenigen, der einst aus Zentraltimor hiergekommen ist?
Ende des neunzehnten Jahrhunderts gab es in Amarasi eine politische Fünfergliederung. Der oberste Herrscher, der Raja, ist von vier ihm gleichberechtigten politischen Ämtern umgeben. Der Raja selbst stellt das rituell-legislative Zentrum Amarasis, seine Mitherrscher, regionale exekutive Regenten, meist mit militärischen Funktionen betraut. Ökonomisch sind sei von der politischen Schicht der Amaf, der Väter, untergeordnete politische Funktionäre, abhängig.
Auch aus Amanuban und Insana ist dieses politische System bekannt.
Von 1892 bis 1914 war Rasi Koroh II. Raja in Amarasi. Ihm folgte sein Bruder Isaac Koroh, von 1914 bis 1923, und nach ihm übernahm von 1923 bis 1925 Rasi Koroh II., ein Enkel, die Macht. Dessen Bruder, Hendrik Arnold Koroh, herrschte von 1925 bis 1951 über Amarasi. Er war der erste der Koroh-Herrscher, der niederländische Vornamen führte. Wahrscheinlich war er auch der erste in der Familie Koroh, der das Christentum annahm und auf diesen Namen getauft wurde. Seine indigenen Namen, seine Ahnennamen, die er sicher hatte, führte er nicht mehr öffentlich um nicht als Heide diffamiert zu werden. Und keiner der späteren Rajas führte mehr den Namen Rasi und es bleibt ein Geheimnis, ob es sich bei diesem Brauch um den Versuch einer Revitalisierung indigener Traditionen von oben, wie durch ihren Vorgänger Nai Soti im achtzehnten Jahrhundert, gehandelt hat.
Während des Zweiten Weltkriegs, von 1942 bis 1945, besetzten japanische Truppen Timor. Der damals noch amtierende Raja von Amarasi, Hendrik Arnold Koroh, wurde nach Kriegsende der Kollaboration mit den Japanern beschuldigt. Er habe ihnen Frauen für ihre Vergnügungen und Arbeitskräfte geliefert, heißt es auch heute noch in Baun. Nach der Kapitulation der Japaner unterwarf er sich wieder den zurückgekehrten Niederländern.
1949 wurde Indonesien unabhängig von der niederländischen Kolonialregierung. Auch Amarasi wurde unabhängig um gleich danach unter die nächste, die indonesische Oberhohheit zu fallen. Amarasi erhielt bis 1962 den politischen Status eines eigenständigen Swapraja in der indonesischen Administration. Hendrik Arnold Korohs Sohn, Viktor Koroh, war von 1951 bis 1962 Raja von Amarasi. Wie seine Vorfahren residierte er in Baun, hatte aber keine wirkliche politische Macht mehr. 1962 hob die indonesische Administration die traditionellen politischen Systeme in Westtimor auf, die bis dahin den Swapradja-Status führten. Das moderne Amarasi ist Teil des Regierungsbezirks Kupang. Dieser besteht aus den Landkreisen Amarasi Barat, Amarasi Selatan und Amarasi Timur. Baun, wo die architektonischen Hinterlassenschaften der früheren Rajas noch immer zu sehen sind, ist nach wie vor das politische und administrative Zentrum.

Ich betrete den Sonaf der Rajas von Amarasi bei meinem ersten Besuch in Baun. Ich stehe auf historischem Boden, in einem Museum, dessen Türen verschlossen sind. Einen Raja treffe ich nicht.
Der Morgen ist inzwischen fortgeschritten. Es sind kaum Menschen auf der Straße. Keine Autos. Keine Motorräder. Es ist Sonntag. Vielleicht deshalb. Einige Bemos, sonst nichts. Es herrscht eine Ruhe, eine Idylle, hier im Sonaf, die mir gleich beim Betreten des Palastareals auffiel. Wie lange ist es her, seit ich mich so erlebt habe. Ein entbehrte Atmosphäre. In Baun finde ich sie wieder.

Ich schlendere orientierungslos und unschlüssig über den Platz. Ein junger Mann, der schon mit mir im Bemo saß, spricht mich an.
Einleitend sein Dari mana? Mau ke mana? Die üblichen Floskeln. Ich antworte entsprechend. Wiederhole zum tausendsten Mal meinen Text.
Ob er helfen könne? Was mich Baun führe?
Er lädt mich zu sich nach Hause ein. Ich habe keine Pläne, nehme gerne an. Erleichterung. Ein Ziel, eine Begegnung. Ich stehe noch ganz unter dem Eindruck der mich überwältigenden Atmosphäre dieses Ortes. Ich murmele dieses und jenes und schließlich gehe ich mit. Jetzt kommen auch andere. Kinder zuerst. Dann einige Männer. Schnell bin ich ausgefragt, erzähle von meinem Interesse an traditioneller Weberei.
Augustinus Tiran heißt mein Begleiter. Kurz Agus, lächelt er. Einer den ich brauche und der sich meiner annimmt.
Agus erzählt mir von seiner Mutter. Sie webt und werde mir gern ihre Arbeit zeigen.
Mein Widerstand schmilzt in der milden Sonne. Ich gehe mit Agus zu ihm nach Hause.
Unterwegs verändert sich die anfängliche Atmosphäre. Es bleibt grün. Aber das Grün ändert sich mit der Intensität des Sonnenlichts. Im Schatten wirkt es anders als in der Sonne. Ich genieße den Spaziergang durch das moderne Baun, das so verschlafen wirkt. Genieße diese eigenartige Stimmung. War es damals ähnlich? Oder herrschte im Ort eine geschäftigere Stimmung? Damals, als Portugiesen und Niederländer hier ein und aus gingen. Sie ließen keine Spuren zurück, nichts blieb von ihnen nach diesen vielen Jahren.
Es ist nicht weit bis zu Agus nach Hause, ein Haus, das mitten im Garten steht. Mais, Gurken, Kokos- und Lontarpalmen erkenne ich sofort. Viele Blattpflanzen, auf dem Boden kriechend oder an Zäune zu Hecken gebunden. Gelbe Kürbisblüten leuchten in der Sonne.
Das kleine, rechteckige, mit Wellblech gedeckte Holzhaus steht auf einem Steinsockel. Die Wände sind aus den Blattrippen der Lontarpalme gefertigt, die eng aneinander gebunden sind . In die Zwischenräume ist vegetabiles Material gefüllt. Ein kleines, einfaches Haus. Im Eingang steht eine ältere Frau. Agus Mutter.
Ich betrete den rechteckigen Raum, der nur ein Fenster hat. In der Wand, die gegenüber dem Eingang liegt. Innen stehen mehrere Sessel. Metallgestelle, deren Sitz und Lehne aus eng gewickelter Plastikschnur besteht. Zu beiden Seiten des Eingangs stehen Holzstühle. Zwei kleine Tische ergänzen das Mobiliar. Ich sitze im Empfangsraum des Hauses, in dem Zimmer, in dem die Familie ihre Gäste empfängt. Der Raum, in dem die Hausfrau webt.
An die Wände sind bunte Kalenderblätter wie Tapete aufgeklebt. Der einzige Schmuck in diesem nicht sehr einladend, dämmrig wirkendem Raum. Rechts vom Eingang erkenne ich einen weiteren, durch einen zweiteiligen Vorhang abgetrennten Raum. Das Schlafzimmer. An der linken Seite des Wohnhauses dient ein zweites rechteckiges Gebäude als Küche. Keine Fenster. Hier leben Agus, seine Frau und seine Mutter. Agus Vater ist bereits seit einigen Jahren tot.
Agus gehört zu den sechzig Prozent in Indonesien. Er ist arbeitslos, trotz seines SMA-Abschlusses. Die Arbeitslosigkeit ist im ländlichen Timor besonders hoch. In Amarasi und in Baun leben die meisten Atoin Meto von der Landwirtschaft. Der Ackerbau bildet die Haupterwerbsquelle der Region. Kokospalme und Bananenstaude tragen reiche Frucht, die täglich in Kupang auf dem Markt angeboten wird. Außerdem pflanzen sie Maniok und Mais, in der nassen Jahreszeit auch Reis. Aber dann nur eine Ernte und auch nur dort, wo die Landschaft hügelig ist und Bewässerung möglich macht. Den Schwerpunkt der Viehzucht in Amarasi bildet das Balirind. Seit der Regentschaft von Raja Hendrik Arnold Koroh werden diese Rinder gezüchtet. Inzwischen importiert Amarasi Rinder nach überall in Indonesien.
Agus und seine Familie besitzt einen Garten. Darin produzieren sie, was sie täglich benötigen. Rinder habe sie keine. Dazu sind sie zu arm. Nur Hühner, die ihnen Eier geben und die sie gelegentlich schlachten.
Agus findet keine Arbeit. Nicht in der Landwirtschaft und nicht in der Rinderzucht. Agus Mutter bittet mich einzutreten. Ein freundlicher Empfang.
Agus erklärt und seine Mutter entrollt ein unfertiges Gewebe. In der Kette befindet sich noch das Gurtwebgerät. Ich spüre meine Anspannung. Mein erstes echtes Gurtwebgerät in Aktion. Atoin Meto-Weberei live. Hinter meiner Konzentration spüre ich die Nervosität durch meine Adern fließen.
Die Demonstration beginnt. Die Mutter breitet eine Sitzmatte in der Nähe der Tür aus. Von rechts fällt das Tageslicht auf den einfachen Arbeitsplatz und das Gewebe. Ausreichend Licht für die Arbeit. Neben dem linken Türpfosten entdecke ich zwei gegabelte Pfosten. Einen halben Meter hoch. Sie halten beim Weben den Kettbaum. Unter diese Pfosten legt Agus Mutter ein flaches Bänkchen. Die Stütze für ihre Füße. Nur so kann sie die Kette im Gurtwebgerät spannen. Um ihren Rücken legt sie den breiten Ledergürtel mit dem sie die Spannung der Kette kontrollieren kann.
Den Brustbaum ihres Webgeräts bilden zwei mit ihrer flachen Seite zusammengelegte Hölzer. Deren Enden sind geschnitzt und weisen spitz nach außen.
Am Gewebeanfang liegen zwei dünne, runde Holzstäbe in der Kette. Sie fixieren das Fadenkreuz des Gewebes. In die Kette ist ein Litzenstab eingelesen. Eingelesene Litzen für die Fachbildung. Agus Mutter verwendet weißes Baumwollgarn für die Litzen. Hinter dem Litzenstab liegt der Trennstab. Ein runder Holzstab.
Weiter benutzt sie drei flache, sehr schmale Hilfslitzenstäbe. Auch aus Holz. Sie bilden die Musterfächer für die Zierkettentechnik. Ein vierter Hilfslitzenstab überträgt das benötigte Musterfach von einem der drei anderen Hilfslitzenstäbe. Agus Mutter verwendet für die Musterung zwei flache hölzerne Musterkreuzstäbe. Die Ikatpartien des Gewebes laufen über den ersten und unter den zweiten Stab. Die Zierkettpartien und ungemusterten farbigen Kettstreifen verlaufen entgegengesetzt. Mit weiteren schmalen Holzstäben hat sie die Ikatpartien zusätzlich fixiert.
Inzwischen hat sich Agus Mutter auf die Matte gesetzt. Sie hängt den Kettbaum in die gegabelten Pfosten. Um ihre Hüfte legt sie den Ledergurt und befestigt ihn an die spitzen Enden des Brustbaums. Mit ihren Füßen gegen die kleine Bank drückend, spannt sie die Kette. Sie legt einen Eintrag in die Kette ein und beginnt.
Agus Mutter arbeitet an einer Seitenbahn für eines der Umschlagtücher wie sie Männer tragen. Tai muti, sagt Agus, heißt dieses Tuch. Ein großes rechteckiges Tuch, das die Männer um die Hüften geschlungen tragen.
Ein Amarisi-Gewebe wie ich es von Abbildungen und aus den Museen kenne. Charakteristisch für diese Region Westtimors. Ein Gewebe in kräftig roten Farben. Drei Hauptmotivstreifen in Futus, Kettikattechnik, gemustert. Koroh, so heißt das Vogelmotiv in der Raute.
Ich frage nach und die Mutter nennt den Namen des Motivs, Kor kase. Ich denke sie kürzt ab. Das ist die in Timor, in ganz Indonesien, übliche Praxis. Abzukürzen, was sich abkürzen lässt. Koroh kase, denke ich. Koroh ist der Name des Raja, Kase bedeutet fremd, denke ich, nicht einheimisch. Welcher Vogel heißt Koroh? Und warum ein fremder Vogel? Ich stutze. Frage erneut nach der Bedeutung des Motivs. Agus Mutter erklärt mir, dass der Kor kase die Be`i Nai, die alten Großmütter und Großväter, darstelle. Ich frage nach. Die Verstorbenen? Die Ahnen? Lächelnd bejaht sie. Ich frage sie nicht, ob das Vogelmotiv die Seele der Verstorbenen zeigt. Die Frage liegt mir auf der Zunge. Aber ich schweige, weil ich ihr keine Bedeutung in den Mund legen will. Wahrscheinlich hätte Agus Mutter auch das bestätigt. Ihr Lächeln irritiert mich.
Drei Querscheitel. Die Spitzen der drei Tumpalmotive zeigen auf die Vogelmotive. Die Ikat-Hauptmotivstreifen trennen schmale Nebenmotivstreifen, in Zierkettentechnik ausgeführt. Alit nennt sie diese Technik. Ein oranger Hintergrund, eine schwarze Spirale. Die Spiralen trennt ein quer laufender schwarzen Streifen. Bündel von farbigen Kettstreifen rahmen die Nebenmotivstreifen ein. An den Webkanten ein strahlend weißer, schmaler Streifen. Die Ikatpartien der Kette sind kräftig rot. Auch der Eintrag.
Ich frage Agus Mutter nach der Herkunft der Baumwolle. Frage sie, ob sie selbst spinnt. Sie kauft ihr Baumwollgarn auf dem Markt, erzählt sie. Dort werde es in allen Farben angeboten. Der Anbau von Baumwolle lohnt sich nicht mehr. Schon seit Jahren gibt es einen Schädling. Eine Schnecke. Alle Versuche, die Schnecke wieder loszuwerden, verlaufen erfolglos. Sehr schnell tritt sie wieder massenhaft auf. Der Parasit schädigt die Baumwollsträucher so sehr, dass der Ernteertrag die Arbeit nicht lohnt. Die Maispflanzen sind auch gefährdet.
Agus zeigt uns die Schneckenplage im Garten. Während seine Mutter erzählt, geht er hinaus und kommt mit einer Schnecke zurück. Was soll ich glauben?
Agus Mutter kauft auch die ungefärbte, weiße Baumwolle und die farbigen Garne für die Zierkettentechnik im Laden. Nur das Garn für die Ikatpartien färbt sie noch selbst. Da gibt es keine Alternative. Ikat muss asli, indigen, sein. Darauf besteht sie. Das Garn für den Ikat färbt sie in dreißig Farbbädern. Ein Jahr lang, behauptet sie, dauere der Färbeprozess. Die abgebundenen Ikatstränge legt sie dazu fünf Tage in eine Beize aus der Wurzelschale eines Baumes, Bauk`ulu, Morinda citrifolia L. In der Beize verwendet sie außerdem Salz und Kemiri-Nüsse. Nach fünf Tagen werden die Stränge an der Luft getrocknet. Später wird der Färbevorgang immer wieder wiederholt. Bis der Rotton sie befriedigt. Die anderen Arbeiten am Gewebe sind weniger zeitintensiv. Für das Abbinden der Kette eines Tai muti benötigt sie eine Woche. Das Abweben erledigt sie innerhalb eines Monats.
Agus Mutter webt auch die weiße Mittelbahn des Tai muti selbst. Sie arbeitet auch noch an einem anderen Gewebe. Einem röhrenförmigen Rock. Den tragen die Frauen. Das Gegenstück zum Tai muti. Den dreiteiligen Rock, den sie mir zeigt, nennt sie Tai Koroh. Der Tai muti heißt Tai muti, weil er eine ungemusterte weiße Mittelbahn besitzt, die beidseitig von Musterstreifen eingefasst ist. Ein Tai Koroh besitzt drei ikatgemusterte Hauptmotivstreifen. Dazwischen Nebenmotivstreifen und farbige Kettstreifenbündel. Keine weiße Mittelbahn.
Die Musterung der Ikatstreifen ähnelt der des Tai muti. Wieder das Vogelmotiv in der Raute. Die gleiche Bedeutung? Ein anderer Name, Koroh. Warum ist der Vogel auf dem Frauenrock nicht mehr kase? Ist der Koroh wirklich ein fremder Vogel? Weil er stilisierter ist? Wohl kaum. Das dominierende Motiv der Frauenröcke ist eine abstrakte Variation. Genderspezifik vielleicht. Ich denke über die Namen der beiden Vogelmotive nach. Die phonetische Ähnlichkeit der Motivnamen fällt auf. Der Klang. Der männliche Korkase und der weibliche Koroh. Auch die Rajadynastie hatte diesen Namen als Klannamen. Koroh der Raja, Koroh das Vogelmotiv. Wer ist nach wem benannt? Und was hat der Raja mit dem Vogel zu tun?
Während ich mich noch mit Agus Mutter über die Namen unterhalte, schießen mir alle diese Fragen durch den Kopf. Der Präfix ko- bildet die erste Silbe des Wortes. Dann der Wortstamm, -roh. In vielen indonesischen Sprachen bedeutet roh, Geist oder Seele. Ist der Koroh ein Seelenvogel und deshalb fremd. Nicht mehr heimisch für die Lebenden. Unheimlich. Und fremd.
Der Koroh leuchtet weiß in rot. Männlicher Same und weibliches Blut. Agnate und Affine. Die kosmische Kultgemeinschaft ins Motiv gesetzt. Die Atmosphäre des Lebendigen und des Toten. Ikatgemusterte Kleidung begleitet die Toten einst ins Grab. Er wurde in Vögel eingewickelt, die die Seele empor tragen. Das ist nicht zu weit hergeholt. Ko=roh, Seelenvogel und Psychopomp. Koroh hießen auch die Rajas von Amarasi. Koroh, ein Klanname. Ein Totem. Wer ist der Koroh-Vogel? Wahrscheinlich gehörte das Koroh-Motiv früher dem Adel, besonders dem Koroh-Klan aus dem die Herrscher stammen. Niemand anders durfte es verwenden. Ikatgemusterte Kleidung war früher überall in Westtimor Adelsprivileg. Heute sind die Motive Allgemeinbesitz. Seit es keinen Raja und keine Tabus mehr gibt.
Agus Mutter ist eine talentierte Weberin. Sie verdient Prestige. Die Webtechnik in Amarasi scheint hoch entwickelt. Beide Gewebe sind von ausgezeichneter Qualität. Technisch und ikonographisch. Der sorgfältige Färbeprozess. Die akkurat abgebundenen Ikatmotive. Die klaren Konturen.
Ihr Baumwollgarn kauft Agus Mutter auf dem Markt. Auch das farbige. Das ist nicht traditionell. Kultureller Wandel und Moderne. Dagegen ist nichts einzuwenden. Die Dinge ändern sich eben. Ihr Handwerk ist künstlerisch betrachtet ästhetisch.
Nur das Baumwollgarn für die Ikatpartien bildet eine Ausnahme. Die gemusterte Kette ist die Heimat des Koroh. Dieser Vogel ist nicht modern. Ganz im Gegenteil. Er ist ein Emblem des Alten. Der Tradition, gleichgültig was seine Bedeutung ist.
Agus Mutter produziert Textilien für die großen Feierlichkeiten der Lebenszyklusrituale. Geburt, Heirat und Tod. Der Koroh ist immer dabei. Es sei keine Kleidung für den Alltag. Das verneint sie vehement.
Später zeigt mir Agus Mutter einen Gürtel. Unverzichtbar für die Frau, die damit ihren Tais um die Hüfte fixiert. Männer verwenden keine Gürtel, sagt sie. Sie knoten den Tai muti um die Hüften. Hängen einen zweiten über die Schultern.
Der Gürtel. Zwei kräftig rot-schwarze Ikat-Musterstreifen. Gerahmt in Reihen farbiger Kettstreifenbündel. Das Ikatmotiv besteht aus übereinander liegenden Rauten. Es hebt sich schwarz vor einem scharlachrotem Hintergrund ab. Baumwollgarn und Farbe für die Ikatmusterung stammen von Markt. Synthetische Qualität.
Gefärbt hat Agus Mutter selbst. Die Ikatkette in synthetischen Farben. Importiert von wer weiß woher. Und kein Koroh. Ich bin enttäuscht. Ein einziges Farbbad nur. Scharlachrot. Das ist der Wandel. Kulturell und technologisch. Warum kauft Agus Mutter die Garne für die Ikatpartien nicht gleich farbig auf dem Markt?
Agus und seine Mutter widersprechen sich. Die Tai muti, die sie mir zeigen, sind keine besonderen Textilien für den Lebenszyklus. Früher mag das so gewesen sein. Heute nicht mehr. In Kupang habe ich viele Amarasi-Männer in dieser Kleidung gesehen. Nichts feierliches haftete ihnen an. Alltagssituationen. Markt, Einkaufsbummel, stadtfein gekleidet. Sie kamen von keiner Zeremonie oder waren auch nicht auf dem Weg dorthin. Aber die Grenze zwischen Alltag und Ritual ist schmal, auch die textile Grenze.
Für Agus und seine Mutter ist ihr Tai muti charakteristisch für Baun. Er ist regional. In den Museen in Europa ist er häufig verteten. Die Exponate waren über das ganze zwanzigste Jahrhundert gesammelt und teilweise gut dokumentiert. In den Museen gab es auch andere Amarasi-Versionen, die Agus und seine Mutter kennen. In Baun gebe es heute keine anderen Textilien mehr. Aber es gab eine Zeit, in der es sie gegeben hat. Wie kämen sie sonst in die Museen. Wer ist dieser Raja aus Amarasi-Baun in einem Schweizer Ausstellungskatalog, der einen solchen Tai muti trägt? Woher kommt das Hüfttuch, das er trägt? Wenn nicht aus Baun?
Agus kennt sich nicht aus. Er weiß nichts über die Herkunft der Bevölkerung von Baun. Nichts von Belu und nichts von Rasi. Nichts über eine Migration aus dem Osten. Weiß nichts über die Rajas aus Belu. Kaum etwas über die aus Baun. Aber beide Völker verwenden ikonogaphisch verwandte Motive. Agus weiß auch nicht, dass der Amarasi-Dialekt mit dem Tetun in Zentraltimor verwandt ist.
Was bleibt ist ein mysteriöses Vogelmotiv. Der Koroh.

Und der Gürtel. Dieses hässliche Stück, dass die Atmosphäre vergiftet. In dem Moment, als ihn Agus Mutter hervorholt, reißt es mich in die Realität zurück. Baun und jede exotische Idealisierung zerbricht und verflüchtig sich in ein historisches Nimmermehr.
Ohne dass Worte fallen, bekomme ich das Gefühl, ich soll dieses hässliche Ding kaufen. Der Verkauf des Gürtels ist Grund und Anlass für die Inszenierung, die ich erlebe. Doch keiner spricht dies aus. Die Regel der Höflichkeit ist absolut.
Agus hat mehrfach auf die Armut seiner Familie hingewiesen. Ich war zu sehr in ihrer Inszenierung gefangen, habe diese geschickt plazierte Bemerkung gar nicht wahrgenommen. Die Realität hat mich zurück. Ich kenne das aus Bali. Hier in Baun habe ich das nicht erwartet. Wie naiv bin ich eigentlich immer noch?
Der Hinweis auf Armut erfordert einen hohen Verkaufspreis. Ich frage nach dem Preis. Ein Faux pas. Die beiden Händleramateure senken verlegen den Blick und lächeln. So direkt wollen sie es nun auch nicht. Keine klare Antwort. Das kenne ich auch. Der Gürtel bleibt wo er liegt. Die Atmosphäre wird beklemmend. Stockend plätschert das Gespräch voran. Inhaltslos und leer.
Die Vorstellung ist beendet. Nun kann ich zahlen und gehen. Ich erwache aus einem Traum. Kein schönes Erwachen. Die Zeit ist wie im Flug verstrichen. Ich bin schon drei Stunden hier und will aufbrechen, vor der zunehmenden Peinlichkeit fliehen.
Ich will den Gürtel nicht, sage das aber auch nicht.
Das Essen ist fertig, sagt Agus. Ich fühle mich mehr den je verpflichtet, den Gürtel zu kaufen. Ich kann nicht mehr ohne ihn gehen. Ohne zu kränken, ohne unhöflich die Gastfreundschaft zu verletzten. Aber ich weiß es nicht mehr. Gastfreundschaft oder Instrumentalisierung?
Ich frage, was der Gürtel kosten solle. Er sei schon alt, lautet die Antwort. Das ist gelogen. Er kostet fünfzigtausend Rupiah. Ein stolzer Preis für dieses hässliche Ding.
Gut gearbeitet. Sicher. Aber modern, für mich uninteressant. Nicht einmal schön. Der Tai muti oder der Tai koroh, frage ich. Die seien unverkäuflich, sagt die Mutter. Aber den Gürtel? Ich zögere. Der Preis sinkt auf dreißigtausend Rupiah. Viel zu teuer. Selbst inklusive der Mahlzeit. Zehntausend. Höchstens fünfzehntausend. Das ist immer noch überhöht. Um die Familie ohne Gesichtsverlust zu verlassen aber angemessen.
Ehe der Handel weitergeht wird das Essen aufgetragen. Makanan Timor, einheimisches Essen, sagt Agus auf Indonesisch. Weißer Reis, gebratenes Ei und Papayagemüse. Ein Festmahl für hiesige Verhältnisse. Dem Himmel sei dank, dass sie kein Huhn geschlachtet haben. So weit wollten sie wohl doch nicht gehen. Das Essen ist schmackhaft gewürzt. Pikant. Nicht die aus Westindonesien gewohnte Schärfe. Kein Chili. Ich werde mehrmals animiert weiter zu essen. Mehr zu nehmen. Ich will nicht unhöflich sein und esse. Agus Erwähnung der Armut seiner Familie eingedenkt bleibe ich zurückhaltend. Nehme immer nur wenig.
Ich sitze mit Agus zusammen und esse. Mann und Mann. Die beiden Frauen essen abseits. Agus Mutter ist von meinem Appetit sichtlich begeistert. Sie erzählt aus ihrer Jugend. Erinnert sich an die Niederländer. Die waren bis 1942 in Baun stationiert. Sie kamen nie in die Häuser der einfachen Leute. Die Niederländer aßen nie Reis. Immer nur Kuchen, Butter und Käse. Mit Kuchen meint sie Brot.
Nach dem Essen ist der Gürtel verschwunden. Unbemerkt. Niemand spricht mehr über ihn. Hat mir ein Vorurteil einen Streich gespielt? Meine Vorurteile als Tourist. Ich fühle mich in Westtimor nicht als Tourist. Und will auf keinen Fall einer sein. Aber woher sollen die anderen das wissen?
Uneigennützige Gastfreundschaft. Unter Fremden. Nicht üblich in Deutschland. In Bali bin ich als Weißer immer Tourist. Meistens gleichbedeutend mit Geldquelle. Gastfreundschaft gibt es dort meistens nur gegen Entgelt. Sonst öffnet niemand sein Haus. Sein Herz ohnehin nicht. Bali zeigt dies drastisch und kaum geschminkt. Ich bin zahlender Gast. Zahle für Schlafen und Trinken. Zahle für Informationen. Zahlt für Begegnung und Kommunikation. Baun enttäuscht diese Erwartung. Eine Fehleinschätzung?
Ich will mich revanchieren. Schaffe es aber nicht, einfach nur Geld zu geben. Zu bezahlen. Ich befürchte, diese freundlichen, offenen Menschen zu beleidigen. Eine schwierige Situation. Ich denke wieder an Gastgeschenke. Ich muss mir etwas überlegen.
Nach dem Essen wieder Betel. Ich bin neugierig, aber nicht bereit für diesen Genuss. Ich weiß, dass die gemeinsame Betelzeremonie Zeichen von Gastfreundschaft und Ehrerbietung ist. Ich lehne höflich ab. Lächelnde Akzeptanz. Ich muss mir etwas überlegen. Noch macht mir die Hygiene zu schaffen.
Betel ist in Westtimor allgegenwärtig. In Bali und Jawa verschwindet dieser pan-austronesische Brauch zunehmend. In Kupang und Umgebung kauen alle. So scheint es mir. Überall auf der Straße werden die Zutaten verkauft. Flache, runde braune Scheiben. Luftgetrocknete Pinangnüsse. Fingerlange grüne Früchte. Frischer Betelpfeffer. Dazu gelöschter Kalk. Jeder hat es bei sich. In einer kleinen Dose oder einem Beutel. Allzeit bereit.
Überall auf der Straße blutrote Flecken. Der getrocknete Rest blutroten Speichels. Aus einer kleinen geflochtenen Dose nehmen Agus, seine Mutter und Schwester sowie ein inzwischen eingetroffener Mann ein Scheibchen Pinang und ein Stück der Betelfrucht. Sie nehmen die getrocknete Scheibe in den Mund, streuen etwas Kalk in ihre Hand, wenden die lange Frucht in dem Kalk und befördern alles zusammen in den Mund. Dann wird gekaut. Mit Leidenschaft.
Agus spuckt ungeniert auf den Fußboden. Der Gast geht dazu vor die Tür.
Agus Mutter kaut die ganze Zeit über. Ich habe sie kein einziges Mal ausspucken sehen. Ob es an ihrem Betelpfriem liegt, dass Agus Mutter, die ständig wie ein Teenager kichert, verschämt ihren Mund mit der rechten Hand verbirgt?

Agus begleitet mich zurück zur Straße. Gemeinsam warten wir auf das Bemo zurück nach Kupang.
Ich spreche einen alten Mann aus Baun an. Er will zum Markt nach Oepura. Er trägt einen Tai muti. Einen mit den Motiven von Agus Mutter. Über der linken Schulter trägt er lose einen Gürtel. Ich habe den gleichen gerade erst gesehen. Bei der Mutter von Agus. Ein weißes Hemd mit dunklem Nadelstreifen. Ein Regenschirm. Eine kleine Reisetasche. Die vollständige Kleidung. Er geht auf keine Zeremonie. Kommt auch von keiner. Er fährt zum Markt um einzukaufen. Nur zum Markt nach Kupang.
Später sehe ich diese modernen Gürtel in Kupang häufig. Bei Männern und bei Frauen.
Lose über der Schulter hängend. Wie ein Schal um den Hals geschlungen. Gerollt auf dem Kopf einer Frau. Keiner befestigt einen Tais auf der Hüfte einer Frau.
Noch wahrend wir warten kommen zwei junge Frauen mit ihren Kindern. Einer der Jungen trägt ein hölzernes Instrument unter seinem Arm. Das sieht aus wie eine kleine Gitarre. Ich halte das Instrument für ein Kinderspielzeug. Agus klärt mich auf. Es ist ein regionales Instrument. Eine Reku. Während der traditionellen Tänze wird es gemeinsam mit dem Gong besi, den eiseren Gongs, gespielt. Die Reku gibt dann den Ton an.
Ich verabrede mich mit Agus für den nächsten Morgen in meinem Hotel in Kupang. Ich spüre es, er wird seine Zusage nicht einhalten. Er hat mir erzählt, dass er täglich nach Kupang führt. Leeres Gerede. Denkt er sicher. Ich nicht. Aber was soll ich tun. Ich bin fremd und ungeübt.
Agus wartet bis ich in ein Bemo gestiegen bin um nach Kupang zurückzufahren.

Copyright 2014. All Rights Reserved (Texte und Fotografien)

Die Texte der Atoin Meto-Forschungen sind urheberrechtlich geschützt. Die Seiten (Websites) Ein Greenhorn in Amarasi. Könige, ein Vogelmotiv und ein häßlicher Schal dürfen nicht kopiert und die Inhalte nur zum privaten Gebrauch verwendet werden.
Jegliche unautorisierte gewerbliche Nutzung ist untersagt.

  1. Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: