Makenat Kolo Banunaek: Prosa

Die umgangsprachliche Version der Sage von der Errichtung des Sona Bnao

Vor vielen Generationen wurden die Nai Lamu Humone` und ihre Amfini von Tubani Nope, dem Uis Banam, ihrem Herrn und Herrscher, ihrer Mutter und ihrem Vater in seinem Sonaf in Niki-Niki versammelt. Ni Koli, Ni Toli, Ni Amu, Ni Nope, Ni Nuban und Ni Toi hatten beschlossen einen Sona Bano in Klaban und Tain Lasi, in Maunu und Niki-Niki zu errichten. Dieses Gebäude in der Form eines Lopo mit acht Pfosten sollte alles bis dahin errichtete in den Schatten stellen und von der Macht des Herrscher in Niki-Niki künden.
Die Meo Lamu Humone` versammelten sich und deckten das Dach bis zur Spitze. Als diese Arbeit getan war, richtete der Uis Banam seine Worte an sie und sprach: „Stellt eure Arbeit ein und bindet den Bu`it noch nicht. Wartet noch, damit sich meine Meo und Amfini versammeln können, nach Amanatun aufbrechen um Banunaek anzugreifen. Ohne die Schädeldecke des Atoin Fui zu holen, ohne die Humus-Kase-Blüte auszureißen, und diese nach Klaban und Tain Lasi, in Maunu und Niki-Niki zu bringen, kann der Sona Bnao nicht fertiggestellt werden.“
Und der Uis Banam fuhr fort und sprach: „Aber zuerst werde ich meine Meo prüfen und sie mit dem Sis Lakit Mak Lakit auf die Probe stellen. Ivch werde meine Meo aufstellen, damit ich feststellen kann, wer der erstgeborene unter ihnen ist, wer die nachgeborenen sind. Dann werde ich ihre Schwerter schärfen und ihre Gewehre laden, damit sie sich auf den Weg machen können um Ni Banunaek zu bekriegen und mir den Schädel des Atoni Fui holen, mir die Humusu-Kase-Blüte pflücken.“

Nachdem er dies gesagt hatte, ordnete der Uis Banam an, einen Bia Keos Belo zu schlachten und dessen Fleisch wie einen Penis zuzuschneiden (li`mak li`at). Er ließ Reis kochen und diesen in Form einer Vagina aufzutischen (makem nabu`ayem).

Vor die Meo legte am ein zehn Meter langes Brett und an des Endes dieses Brettes tischten Diener das Sis Lakit Mak Lakit, das Fleisch und den Reis.
Nachdem alles getan war, sprach der Uis Banam seinen Fanu und wandte sich erneut an die Meo Lamu Humone`: „Gut! Nun werde ich euch prüfen. Ich will sehen, wer einen Penis, lang wie ein Schlingpflanze hat, wer mit Samen prall gefüllte Hoden hat. Ich biete euch das Sis Lakit Mak Lakit zu essen an, damit ich eure Gewehre laden, eure Schwerter schärfen kann, damit ihr Ni Banunaek erschießen könnt.“
Und er sprach weiter: „Wer von euch den Wunsch hegt, ein Meo Naek Banam zu werden,der steige auf das Brett, tanze an dessen Ende, bücke sich dort und esse von dem Sis Lakit Mak Lakit ohne dabei seine Hände zu benutzen. Derjenige, der zuerst isst, ist der Meo Nae.“

Ni Kaba Nabuasa` zug als erste sein Schwert und tanzte auf dem Brett. Als er jedoch in die Mitte der Planke kam, da taumelte er und fiel in tiefer Ohnmacht zu Boden.
Ni Manu Sole nutze seine Chance, zog daraufhin sein Schwert und tanzte solange auf dem Brett entlang bis er das Sis Lakit Mak Lakit erreichte. Er bückte sich, nahm einen Brocken Mak Lakit, ergriff ein Stück Sis Lakit und aß von beidem. Das zahlreich versammelte Volk, und mit ihnen die Meo Lamu Humone`, jubelten.
Und der Uis Banam sprach: „Seht, dort steht er, der Meo Nae Ni Sole. Er, der zuerst gegessen hat.“
Daraufhin erwacht Ni Kaba Nabuasa` aus seiner Ohnmacht, erhob sich und tanzte erneut auf dem Brett. Auch er bückte sich, aß einen Brocken Mak Lakit, aß ein Stück Sis Lakit. Und das versammelte Volk jubelte und der Uis Banam sprach: „Seht, dort steht er, der Meo Kliko Ni Nabuasa`.“
Als ditter tanzte Ni Ut Nome das Brett entlang, erreichte das Ende der Planke und aß vom Sis Lakit Mak Lakit. Wieder jubelte das Volk und der Uis Banam bestätigte: „Meo Kliko ist auch er.“
Ihm folgt Ni Suni Teflopo, tanzte auf dem Brett, bückte sich und aß vom dargebotenen Mahl. Wieder jubelte das Volk und der Uis Banam sprach erneut: „Meo Kliko bist auch du.“
Und der Uis Banam richtete seine Worte an sie und sprach weiter: „So füge ich die Meo Naek Banam zu einer Einheit, nenne sie: Sole und Nome, Nabuasa` und Teflopo.“
Er gab ihnen das Schwert mit dem Silbergriff, gab ihnen das Gewehr mit dem eisernen Ladestock. Und fuhr fort: „Gut, nun weiß ich, wer einen Penis hat, lang wie eine Schlingpflanze, wer mit Samen prall gefüllte Hoden besitzt. Geht, bringt Leid unter die Atoin Fui und erschießt sie, bringt Leid unter sie und Köpft sie. Bekriegt die alte Mutter und bekämpft den alten Vater, nämlich Ni Kena und Ni Kaebuna, Ni Ita und Ni Labuta, Ni Tfuan, Ni Tampani, Ni Tefa, Ni Tualaka und Ni Seo, Ni Manas, Ni Uki, Ni Bnao, Ni ­Li, Ni Klus, Ni Boi, Ni Banlopo, Ni Manu, Ni Loekoi, Ni Tefa und Ni Tualaka in Kili und Nunukolo, in Otu und Buanao, in Sunu und Taneka, in Sabun und Noe Nono, in Lilo, Tua Ton, Anas, Faut Fuaf und Bonan, in Sambet, Toi und Kua Fatu Lobus, in Anas und in Tibaki.
Sorgt dafür, dass sie dort den Vogelkäfig leer essen, ihr Wasser aus den hohlen Bäumen trinken müssen.“
Und das Volk jubelte einmal, jubelte zweimal und der Uis Banam sandte Ni Manu Sole los, sandte ihn zusammen mit seinem ältesten Sohn, Pili Sole, und mit seinen Amfini in Banunaeks Reich, ihn zu vertreiben und die Grenzen Banams auszudehnen.

Und Ni Sole trug Krieg und Kopfjagd nach Oenai und bis nach Oinlasi hinunter. Er folgte dem Noe Lela, überquerte ihn. Manu Sole trug die Flamme zu Tefa Tualaka, den er erschlug. Er trennte seinen Kopf ab und die Meo strömten zusammen und jubelten. So plötzlich wie sie gekommen waren, zogen sie sich zurück.
Sie kehrten zurück nach Oinlasi, folgen dem Pai Nono und weiter nach Ki, Oe Kiu und Oe Masi und erreichten zuletzt Mnela Anen.
Nachdem sie auf der Spitze eines Hügels namens Hue rasteten, erblickten sie unten im hohen Gras der Savanne Ni Neno Tfuli, der von den meisten nur Ni Neon Makatal genannt wurde, da er schnell erschrak, wenn er gerufen wurde. Zusammen mit seinen Amfini röstete er Fleisch im Gras der Savanne, während seine Feuer ohne Unterlass rauchten.
Ni Pilis Sole sprach zu seinem älteren Bruder: „Sieh nur hinab in die Ebene, sieh die Männer, die dort Feuer entzündet haben und ihr Fleisch rösten.“
Unten in der Savanne sprach plötzlich Ni Neno Tfuli, der ein Wissender war, ein kundiger Mann: „Bemerkt ihr nicht den Geruch von Ni Pilis Sole, der in der Luft liegt und vom Hügel herab streicht?“
Und er fuhr fort: „Riecht nur, der Geruch, er ist wie der von Ni Pilis Sole. Seine Flamme gleitet schon von der Hügelspitze herab und hinein in das Zentrum von Mnela Anen.“
Und an dem Ort, wo das Fleisch geröstet wurde, schlief Ni Neno Tfuli neben dem Feuer ein. Und Ni Pilis Sole ging hin und schnitt ihm den Kopf ab, kehrte auf den Hügel Hue zurück und die versammelten Meo jubelten vor Freude.
Dann kehrten sie um, gingen zurück und Ni Pilis Sole traf seinen älteren Bruder Ni Manu Sole. Und der Meo Nae brach in Freudenrufe darüber aus, dass sie zwei Männer und zwei Köpfe erbeutet hatten, nämlich Ni Tefa Tualaka und Ni Neno Tfuil oder Ni Neno Makatal.

Schließlich traf der Uis Banam ein, drückte seine Freude aus und überreichte den Meo einen Korb gefüllt mit Arekanüssen, Betel und gelöschtem Kalk.
Und er sprach: „Wirklich, er ist der Meo Nae, denn er schnitt die Humus-Kase-Blüte ab, nahm zwei Männer die Köpfe. Er riss die Humusu-Kase-Blüte aus und schnitt den beiden Atoin Fui die Schädeldecken ab. Warten wir noch auf die anderen Meo und kehren dann heim in den Sonaf nach Klaban und Tain Lasi, nach Maunu und Niki-Niki. Bestraft ist nun Ni Banunaek, der mit seinen Meo in Banam einfiel und mein Vieh gestohlen hat. Von hinten schlichen sie sich hinein, umkreisten das Vieh, stahlen zwei und aßen einen dritten gleich auf der Stelle. Ni Manu Sole, der wirklich der Meo Nae ist, hat seinen Fanu rituelle Kriegserklärung) entgegengenommen und hat ihn und seine Amfini besiegt.“

Die Meo erschienen vollzählig versammelt vor dem Uis Banam und legten die erbeuteten Köpfe nieder.
Erneut erhob der Uis Banam seine Stimme: „Ich sehe Ni Sole, Ni Nome, Ni Nabuasa` und Ni Teflopo, die zusammen mit ihren Feto-Alliierten, nämlich Na` und Saefatu, Banu und Tasesab, vor meinen Augen erschienen sind. Sie bieten mir das ausgerissene Gras an, legen es vor mich nieder. Nun kann der Sona Bnao mit den acht Pfosten in Klaban und Tain Lasi, in Maunu und Niki-Niki errichtet werden.“
Mit diesen Worten sandte er seine Meo zurück nach Niki-Niki damit sie dort die Arbeit am Sona Bnao beenden konnten. Er wies jeden seiner Meo an, den von ihm erbeuteten Kopf zu bringen und ihn am Sona Bnao zu deponieren.
Erst jetzt konnte der Bu`it gebunden und das Dach des Sona Bnao fertiggestellt werden. Und erst jetzt konnten die Meo des Uis Banam in ihr Land und an ihren See zurückkehren. Und auch die Meo Naek Banam, Ni Sole und Ni Nome, Ni Nabuasa` und Ni Teflopo und ihre Feto-Alliierten, Na` und Saefatu, und Banu und Tasesab, kehrten heim und mit ihnen die Meo Lamu Humone`, die achtzehn Herren und die achtzehn Krieger-Kopfjäger.
Der Uis Banam gab dem Meo Nae und den Meo Kliko die Fahnen mit dem Namen und die Hengste mit den Namen, damit diese es besaßen und in Händen hielten.
Die rote Fahne gab er dem Meo Nae, Ni Manu Sole und er sprach zu ihm: „Ich gebe dies in deine Hände, die rote Fahne und den roten Hengst, damit du das Land mit den Füßen treten, damit du es mit dem Kopf und den Hörnern stoßen kannst während du nach Bena und Humonet, nach Luluf und Batun gehst, nach Las Tune und Las Noe, nach Luke Sap Ema und Nas Bano. Dort sollst du dich aufstellen, damit das Land Nenu Banam weit und ausgedehnt bleibe und nicht eng und schmal werde, damit ich mein Schweinefleisch und meinen Trockenreis essen kann.“
Er nahm dann die weiße Fahne und den grauen Hengst und gab beides Ni Kabas Nabuasa` und sprach zu ihm: „Dir, und deinen jüngeren Brüdern, nämlich Ni Ume und Ni Teflopo gebe ich in eure beiden Hände die grauen Hengste und die weißen Fahnen, damit ihr diese in den Händen halten, sie festhalten könnt. Und du, Ni Nabuasa` erhebe den Kopf und stoße mit den Hörnern, trete mit den Füßen, während du nach Kiuk Enu und Ponai Nenu, nach Boniun und Faut Mnanu gehst. Bewache Las Hu`e und beschütze Las Ayo und Pan Kalis und Luke Heti.

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