Niki Niki, 11. Juni 1992

Interview mit Kela Nope im Sonaf von Niki Niki am 11. Juni 1992

Die folgenden Informationen verdanke ich Kela Nope, einem Onkel von Nesi Nope, dem inoffiziellen Uis Banam und amtierenden Lurah von Niki Niki. Geplant war ein Interview zur Geschichte Banams um die Daten zu überprüfen, die ich von anderen Mitgliedern des Atoin-Meto-Adels bekommen habe.

Die Genealogie der Nope-Dynastie

nach der Monographie von C.Ch. Punuf nach den Angaben von Nope
Sonaf in Tunbes Sonaf in Tunbes
Seo Nope (Ende 16.Jahr.) Olak Mali
Ol Nope Urbanu Nope
Bil Nope Bil Banu Nope
Seo Nope Tubain Nope
Seo Bil Nope
Sonaf in Niki Niki Sonaf in Niki Niki
Seo Bil Nope (s.o.)
Tu Nope
Louis Nope
Baki Nope
Sanu Nope
Bil Nope (bis 1910)
Noni Nope (1910-1920)
Pae Nope (1920-1949)
Leu Nope
Kusa Nope (1948-1952)

Nach den Angaben von Kela Nope soll

  • der Name des erste Nope Olak Mali gewesen sein, der auf den Tafelberg Tunbes in Zentralamaban kam, und dort Nuban und Tenis, Asbanu nd Nubatonis von der politischen Macht verdrängt haben. Dieser Name sei aber ein Pseudonym. In Wirklichkeit habe es sich um den Niederländer Hornay gehandelt, der von Solor nach Timor gekommen sei (vgl. auch Schulte Nordholt:1971,166).
  • soll dessen Sohn und Nachfolger, Urbanu Nope, Orlando geheißen haben.
  • die ersten vier Nope-Herrscher von Tunbes auch dort begraben liegen.
  • es Tubani Nope gewesen sein, der Banam um die Territorien von Jabi bzw. Abi im Südwesten und von Tkesnai im Osten vergrößert haben.
  • soll Seo Bil Nope der erste Nope-Herrscher in Niki Niki gewesen sein. Er verlegte seinen Sonaf von Tunbes nach Niki Niki und herrschte von dort über das durch seinen Vater Tubani vergrößerte Banam.
    Seo ging als Tamespah, der das Land groß machte, in die Geschichte Banams ein.

Zu Ebe sun ai / Lakum ao me

Dieses parallele Paar der Tonis-Dichtung bezieht sich auf einen Büffel (bi`a) oder eine Büffelherde, die von Abi Loemnanu von Nope gestohlen wurde. Die Besitzer dieser Herde seien Boimau`, Na`at und Asbanu gewesen.

Zu dem Eigennamen Sole

Die Kanaf Sole sei die erste gewesen, die Titel und Amt des Meo Naek Banam verliehen worden sei. Da diese Namengruppe ihren Verpflichtungen gegenüber dem Uis Banam nicht nachgekommen sei, wurden Titel und Amt an die Kanaf Babis übertragen.
Die vier Meo Naek Banam – Sole und Nome, Nabuasa` und Teflopo – seien von Uis Seo Bil Nope berufen worden.
Sole wurde sein Titel von Usi Akpah, das war Uis Baki Nope, dem Sohn von Seo Bil Nope, seines Amtes enthoben.

Über den Sonba`i-Krieg

Das Territorium von Niki Niki gelangte nach dem Abi-Krieg in den Besitz Nopes, und wurde nicht durch einen Krieg mit dem Sonba`i erworben.
Die Gebiete aus dem Sonba`i-Reich fielen zur Zeit von Uis Seo Bil an Banam. Seo Bil unterstützte den Sonba’i in dessen innenpolitischen Schwierigkeiten, die dieser mit seinen Amaf austrug. Als Gegenleistung erhielt Banam einen Streifen des südlichen Molo: vom Neol Mina bis hinauf nach Konbaki. Die damals vereinbarte Grenze verlief entlang des Noe Muti.
Nach einem verlorenen Krieg, den Uis Bil Nope (Usi Lan Ai) 1907 gegen die Niederländer führte und verlor, ging dieses Gebiet durch Intervention der Niederländer zurück an den Sonba`i.

Zwei Tage später ergänzt Kela Nope in einem weiteren Interview:
Der Uis Banam habe Molo angegriffen und den Krieg gewonnen. Dadurch hätten sich die territorialen Grenzen zu Ungunsten Molos verschieben.
Den Kriegsgegner Molo bezeichnet Kela Nope mit dem rituellen Namen der Tonis-Dichtungen für den Sonba`i: Molo und Miomafo, Pai Neno und Oenam.
Die Ländereien, die dem Sonba`i nach diesem Krieg bleiben, sind die Berge des heutigen Kecamantan Nordmolo. Banam erhält die gesamte Ebene, das Gebiet des heutigen Kecamatan Südmolo.

Die Kirche in Elo Abi

Die erste katholische Kirche, die die portugisischen Dominikanermissionare auf dem Gebiet das Uis Banam gründeten sei die Kirche in Elo Abi gewesen, deren Ruinen heute noch vorhanden sind und die später nach Noemuti verlegt wurde.
Ein Mitglied der Nuban aus Pili nannte mir den Namen dieser Kirche: Sona Bnao Ni` Fanu. Kela Nope ergänzt, dass das Dach dieser Kirche auf acht Pfosten ruhte, von denen vier Banam und vier Oenam repräsentierten.

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