Uab Meto

Bemerkungen zur Regionalsprache Uab Meto

Das Uab Meto, die indigene (meto) Sprache (uab), oder auch der einheimische Dialekt, ist die Sprache der Atoin Meto in Westtimor und dort das dominierende Idiom. Das Uab Meto zerfällt in mehrere, untereinander eng verwandte Dialekte, die sich lediglich aufgrund charakteristischer Lautverschiebungen unterscheiden.
Der Uab-Meto-Dialekt in Amanuban ist das Uab Banamas, die Sprache Banams (Banam, die vor-indonesische Bezeichnung Amanubans).

Wie die meisten Sprachen der ostindonesischen Insel Timor gehört auch das in mehrere Dialekte gegliederte Uab Meto zur großen Gruppe der austronesischen Sprachen, und zwar zu deren westindonesischem Zweig. Das Uab Meto war bis in die Mitte dieses Jahrhunderts keine Schriftsprache. E.F. Kleian (1893) und A. Mathijsen (1907) veröffentlichten zu Beginn dieses Jahrhunderts erste kurze Wörterlisten des Uab Meto und Tetum (Belu). Erst mit dem „Versuch“ des niederländischen Missionars P. Middelkoop entstanden bis 1950 systematische, grammatische und lexikalische Aufzeichnungen. Ende der 80er Jahre machten Sprachwissenschaftler der Universität Nusa Cendana in Kupang Middelkoops „Versuch“ zu einer ihrer Grundlagen bei der sprachwissenschaftlichen Analyse des Uab Meto. Mehrere Jahrzehnte dienten den in Westtimor lebenden Europäern allein die Wörterlisten von Kleian und Mathijsen sowie Middelkoops „grammatischer Versuch“ zur Vorbereitung ihrer vielfältigen Kontakte mit den Atoin Meto. Erst vor wenigen Jahren publizierte F. Sanga (1991) das erste zweisprachige Wörterbuch mit einer kurzen, grammatischen Einleitung.

Das Uab Meto, die dominierende Sprache Westtimors, ist in mehrere regionale Dialekte gegliedert. Die Hauptdialekte des Uab Meto im Untersuchungsgebiet werden in

  • Amarasi (Verwaltungsbezirk Südwesttimor);
  • Molo und Miomafo (Verwaltungsbezirke Südzentral- und Nordzentraltimor);
  • Amanuban und Amanatun (Verwaltungsbezirk Südzentraltimor) sowie
  • Insana und Biboki (Nordzentraltimor) gesprochen.

Je nach Perspektive wird diese Sprache heute als Dawan oder als Uab Meto bezeichnet, wobei der Terminus Dawan eine in der Bürokratie und in den Städten verwendete Fremdbezeichnung, Uab Meto die ethnische Eigenbezeichnung ist. Über die Herkunft des Begriffs Dawan, der als pejorativ-diffamierende Bezeichnung sowohl der Ethnie als auch der Sprache dient, gibt es keinerlei etymologische Informationen.

Wie die ältere Grammatik Middelkoops basieren die neueren, sprachwissenschaftlichen Publikationen zum Uab Meto vor allem auf dem Molo- bzw. Miomafo-Dialekt dieser Sprache. Ein Dialekt des Uab Meto ist so quasi zum Standard der modernen Schriftsprache Uab Meto geworden. Untereinander sind die regionalen Dialekte jedoch so verschieden, dass nur im Bereich der Territorialgrenzen Sprecher beider Dialekte siedeln. Das bedeutet, dass die regionalen Dialekte gegenseitig nicht unbedingt intelligibel sind (vgl. auch Middelkoop, 1950; Schulte Nordholt, 1971; McWilliam, 1989).

Der Abriss von Grammatik und Wortbestand, den ich hier vorlege, ist ein begrenzter. Der größte Teil der Wortstämme des Uab Meto besteht aus zwei Silben, die Betonung liegt auf der ersten Silbe. Endet die erste Silbe auf [a] oder [e], ist das [e] der ersten Silbe immer kurz und ist kaum betont, wie in meto (indigen, trocken), pena (Mais), ane (Trockenreis) etc. Endet die zweite Silbe dagegen auf [i] oder [u], ist das [e] der ersten Silbe lang, geschlossen und unbetont, wie in menu (bitter), peti (Schachtel) etc.

Allgegenwärtige Metathesis in Umgangssprache und Alltag ist ein charakteristisches Merkmal des gesprochenen Uab Meto. Unter Metathesis versteht die Sprachwissenschaft die Vertauschung von Konsonanten innerhalb eines Wortes: atoni  – Atoin Meto (Mann, Mensch – Einheimischer), neno  – neon mese (Tag, Sonne – erster Tag der Woche, Montag), usi  – uis neno (Fürst – Fürst des Himmel, Gott) etc.

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