Grammatik

1. Der Uab Meto-Wortstamm
Die Wortstämme des Uab Meto sind ein- oder zweisilbig. Die Majorität der Wortstämme besteht allerdings aus zwei Silben. Vereinzelt vorkommende polysyllabische Wortstämme, die nicht auf eine Affigierung zurückgeführt werden können, bilden eine seltene Ausnahme. Uab Meto-Wortstämme können selbst ein Wort sein oder durch Affigierung neue Worte bilden. Affixe verändern die phonetische Struktur des Wortstamms nicht prinzipiell, sondern erweitern sie durch eine zusätzliche Vokale, Konsonanten oder eine Vokal-Konsonaten-Verbindung. Ein- oder zweisilbige Wortstämme verändern sich durch Präfigierung oder Suffigierung in polysyllabische Worte.

Die Wortstämme des Uab Meto weichen teilweise von der von Dempwolff (1934-38) für austronesische Sprachen beschriebenen phonetischen Struktur ab. Im Gegensatz zu den westindonesischen Sprachen ist der numerisch größere Anteil von monosyllabischen Worten sowie die größere Beteiligung von Vokalen und Diphtongen bei der Wortbildung besonders auffällig.
Bei den zweisilbigen Wortstämmen des Uab Meto ist die phonetische Struktur komplexer und die Nähe zu Dempwollfs, vorwiegend an westindonesischem Material gewonnenen Erkenntnissen, nur noch ausnahmsweise gegeben (V, Vokal; K, Konsonant):

  • VV – ai, ao, au;
  • VVK – uab;
  • VKV – afu, aki, ama, ena, abi, amu, afa, oli, ana, ane, asi, ate, ume;
  • VKVK – abas, akun, aluk, aset, anet, atis;
  • KVKV – baki, banu, basa, bani, bati, beti, meto, mone, feto, sopo, bena;
  • KVKVK – ba` an, ba` at, bahan, nanan, balan, banam, benas, benat.

2. Die wichtigsten Uab Meto-Wortarten
Im Uab Meto-Satz, wie im Tonis-Vers der rituellen Rede, werden Wörter als selbständige sprachliche Elemente gebraucht, die auf Grund der unterschiedlichen Formmerkmale, Anordnung und Beziehungen zueinander verschiedenen Gruppen oder Klassen angehören, den sogenannten Wortarten (Duden, 1984:88-91; Bussmann, 1990:850). Bei den wichtigsten Wortarten, die im alltäglich gesprochenen Uab Meto häufig vorkommen, handelt es sich um Substantive, Verben, Adjektive (die Hauptwortarten), um Begleiter oder Stellvertreter des Substantivs, um Pronomen (einem Artikel kennt das Uab Meto nicht) sowie um Partikeln wie Adverbien, Präpositionen und Konjunktionen:

2.1 Wörter wie

atoni (´Mann´), bife (´Frau´), un (´Baumstamm´), kanan (´Name´), sunu (´Löffel´), bikase (´Pferd´), anin (´Wind´), kolo (´Vogel´), atonis (´Dichter-Sprecher´), ume (´Haus´), neno (´Tag´), manas (´Sonne´), meo (´Katze´), oni, (´Honig´), pa`e, (´Held´), pah, (´Erde´), nifu, (´See´), ulan, (´Regen´), sikoli, (´Trauerlied´), bonet, (`Reigentanz´), nasi, (´Wald´), kuan, (´Dorf´), lene, (´Garten´), lopo, (´Speicher´), mau, (´Bekleidung´), kono, (´Bart´), nakan, (´Kopf´), ao, (´Körper´), mamat, (´Betelpfriem´), kili, (´Kamm´), klofo, (´Schlamm´), sunaf, (´Horn´), tenun, (´Schirm´), abas, (´Baumwolle´), bae, (´Schwager´), nai (´Herr´), feku (´Flöte`), netu (´Hügel´), suni (Schwert´), li anah, (´Kind´), hae (´Fuß´), nakan (´Kopf´), lene (´Garten´), Seo (Personenname) und Kuan Fatu (Ortsname).

sind Substantive, die in einem Satz als Subjekt, Prädikat, Objekt bzw. als durch die Valenz des Verbs bedingte Ergänzung auftreten können. Einige Beispielsätze bietet die folgende Übersicht:

  • Uab-Meto-Satz
  • Subjekt: Li anah n=kae ([Das] Mädchen es=weint).
  • Prädikat: In ama atonis (Sein Vater [ist] Dichter-Sprecher).
  • Objekt: Au u=hek bia molo (Ich ich=fange [ein] Rind ein).
  • Ergänzung: Au eki manu neu in ena (Ich bringe [ein] Huhn zu seiner Mutter).



2.1.1 Wörter im Singular wie

Person Subjekt Objekt Ergänzung Besitz Proklise Enklise Reflex.Pron.
1.Person au kau kau au u- -k kuk
2.Person ho ko ko ho m-, mu- -ko, -m kum
3.Person in in, neki in, neki in n-, an-, na- -na, -n kun

2.1.2 Wörter im Plural wie

1.Person, inkl. hit kit kit hit t-, at-, ta- -kit, -kin kuk
1.Person, exkl. hai kai kai hai m-, mi- -min, -kai kim
2.Person, höfl. hi ki ki hi m-, mi- -min kim
3.Person sin sin, nekin sin, nekin sin an-, n-, na- -na, -n kun

sind Pronomen, die in Verbindung mit oder an Stelle eines Substantivs gebraucht werden: Sie können die Funktionen eines Subjekts, eines Objekts oder einer Ergänzung (als Zielpunkt des verbalen Geschehens), eines Possessivpronomens (Zugehörigkeit, Zuordnung, Verbundenheit, Zusammengehörigkeit) oder Reflexivpronomens (Rückbezug auf das Subjekt) übernehmen:

Subjekt Objekt Ergänzung PossessivPron. ReflexivPron.
Au u=hin ko.
Ich ich=verstehe dich.
Ama n=fios neki.
Vater erschlägt ihn.
Tipe n=tuisulat neu kau.
Tipe er=schreibt [einen] Brief an mich
Au li anah na=mas.
Mein Kind es=hübsch [ist].
Au ama na=manib kun.
Mein Vater er=belächelt sich.
Hai mi=nao neu kuan.
Wir wir=gehen ins Dorf.
Atoni i n=liu kit.
Dieser Mann er=vertreibt uns.
In oli n=em nok sin.
Sein Bruder er=kommt mit ihnen.
In asu na=fuf metan.
Sein Hund er=schwarzfellig [ist].
Ho m=niu kum.
Du du=wäschst dich.

Die oben erwähnte Klitisierung, Proklise oder Enklise von Personalpronomen, betrifft Verben (mit Proklitikon) und Substantive (mit Enklitikon):

Proklitikon Enklitikon
n-; 3.Person Singular -k; 1.Person Singular
In n=ait au olif.
Er er=holt meinen jüngeren Bruder.
Au naka=k kbubu.
Mein Kopf=er ist rund.
ta-; 1.Person Plural -n; 3.Person Plural
Hit ta=hin sin uab.
Wir wir=verstehen ihre Sprache.
Amfini le`i hae=n mnanu.
Die Väter dort, [die] Beine ihre [sind] lang (d.h. sie sind groß).</strong

Die Fragepronomen, sekau, ´wer´, sa, ´was´, on me, ´wie´, me, ´welche(r)´, es me, ´wo´, ko me, ´von wo´, eu me, ´wohin, nak on me, ´warum´ und leka, ´wann´, oder die Demonstrativpronomen des Uab Meto, le` na(ne), ´diese(r)´und le` i, ´jene(e)´, werden in diesem Zusammenhang nicht näher erläutert.

2.2 Wörter wie

it, (´sehen´), iun, (´trinken´), ait, (´holen´), nak, (´sagen´), ami, (´suchen´), ek, (´tragen´), man, (´erwerben´), om, (´kommen´), ok, (´begleiten´), sosa, (´verkaufen´), hin, (´wissen´), noina, (´lernen´), tan, (´fragen´), molok, (´reden´), uab, (´sprechen´), toti, (´bitten´), han, (´kochen´), bae, (´spielen´), leok, (´verbessern´), men, (´krank sein ), be, (´können, dürfen´), aunu, (´stören´), ton, (´informieren´), ua, (´essen´), loitan, (´reparieren´), sbot, (´rauchen´), nen, (hören´), sen, (´pflanzen´), banit, (´weben´), nao, (´gehen´), tok, (´sitzen´), fe, (´geben´), mui, (´besitzen, haben´), tup, (´schlafen´), sekal, (´auswechseln´), tobe, (´schließen´), fen, (´aufstehen´), tam, (´eintreten´), moe, (´machen´), mepu, (´arbeiten´), tao, (´hineinlegen´), polin, (´werfen´), soti, (´zählen´), lomi, (´mögen´), bukae, (´essen´), lunat, (´zeichnen´), oke, (´beenden´), sae, (´besteigen´), moni, (´leben´) und hel, (´ziehen´).

sind Verbstämme, die in einem Satz das Prädikat stellen und die in ihrer Form veränderbar (Proklise) sind. Mit Hilfe verschiedener Proklitika wird die unterschiedliche Personalform angegeben. Neben der Metathesis ist die Klitisierung der Verben ein charakteristisches Kennzeichen des Uab Meto. Die proklitische Anlehnung eines schwach betonten Morphems an den Verbstamm verbindet das entsprechende Verb eng mit dem Subjekt der Handlung. Die morphologische Kennzeichnung des Uab Meto-Verbs durch ein Proklitikon legt dieses Verb auf die grammatische Kategorie der Person fest (siehe Tabelle oben). Einige Beispielsätze zur Position und zum Gebrauch der Verben zeigt die folgende Tabelle:



Uab Meto-Satz Interlinearübersetzung
Sin olif n=tui sulat neu in fetof. Ihr Bruder er=schreibt [einen] Brief an seine Schwester.
Au u=han ane nok utan. Ich ich=koche Reis und Gemüse.
Neon mabe i hit ta=molok tok ama desa. Heute Nachmittag wir wir=reden mit [dem] Bürgermeister.
Afi au tataf na=noina nalalien anbi skol. Gestern mein älterer Bruder er=lernte schon in [der] Schule
Haimu=kae natuina hai ama n=maet. Wir wir=weinen, weil unserer Vater er=gestorben ist.
Leka sin n=sen bi hai lene. Wann sie sie=pflanzen in unserem Garten.

Der Dialekt des Uab Meto, wie er in Amanuban gesprochen wird, verwendet zur Verneinung einer Handlung oder zur Abwertung einer Qualität die Negationspartikel ka bzw. ka … fa (´nein´, ´nicht´ bzw. ´kein´). Während ka im Zusammenhang mit Substantiven das Vorhandensein einer Fähigkeit oder Eigenschaft negiert, ka … fa Verben und Adjektive auf folgende Weise:

Au ena ka bukae fa (Meine Mutter ißt nicht).
In bikase ka lekof (Sein Pferd [ist] nicht gut).
Ho ka mpok (Du [bist] nicht dick).
Sin ka nemfa (Sie kommen nicht).
In ka atoni (Er [ist] kein Mann).

Als imperativische Negation steht im Uab Banamas kaisa als Aufforderung ´etwas nicht zu tun´ zur Verfügung.

Im Gegensatz zu den Verben sind Uab Meto-Adverbien ihrer Form nach unveränderlich. Adverbien stehen entweder als Umstandbestimmung beim Verb oder als Attribut beim Substantiv, Adjektiv oder Adverb. Zu dieser Wortart gehören Lokaladverbien (Orts- und Raumangabe), Temporaladverbien (Zeitangabe), verschiedene Kategorien von Modaladvierbien (Art und Weise) sowie Kausaladverbien (Begründung). Die wichtigsten Uab Meto-Adverbien erläutert die folgende Übersicht:

  • Temporaladverbien stehen gelegentlich auch am Anfang, meistens am Ende eines Satzes. Ein genauer zeitlicher Verbaspekt muß in diesem Falle nicht angegeben werden, da die Zeit, in der die Handlung stattfindet, durch ein Temporaladverb genügend gekennzeichnet ist. Die geläufigsten Temporaladverbien des Uab Meto sind: ahunut, ´früher´, afi, ´gestern´, tabu le`, ´jetzt´, lelo, ´vorher´ und noka, ´morgen´:

In nah nalali lelo (Er aß schon vorher [eben]).
Ahunut in na=mas (Früher sie [war] sie=schön).
Tabu le` hai mi=uab nok sin (Jetzt wir wir=sprechen mit ihnen).
Noka au fetof fen nem (Morgen meine Schwester bricht auf).

  • Das Uab Meto unterscheidet verschiedene Modaladverbien:
  • Die Adverbien ait, ´möglich´, so`, ´etwas unbedingt tun müssen´ und oni, ´vielleicht´, werden zur Kennzeichnung der Möglichkeit verwendet. Die normale Position dieser Adverbien ist die Satzmitte, meistens zwischen Subjekt und Prädikat:

Noka sin ait a=nao (Morgen sie vielleicht sie=kommen).
Hit so` talan nok in li anah (Wir müssen geduldig sein mit seinem Kind).
Au oni u=hin lanan i (Ich vielleicht ich=kenne Weg jenen).

  • Die Adverbien fe`, ´gerade´, of, ´werden´ und nalali, ´schon´, die den zeitlichen Aspekts des Verbs kennzeichnen, müssen untrennbar mit dem Verb verbunden werden. Im Zusammenhang mit dem Verb einer Handlung werden diese Adverbien gebraucht, um die zeitliche Relation zu kennzeichnen, die zwischen dem Sprechakt und dem durch die Aussage bezeichneten Sachverhalt oder Ereignis besteht. Da die Proklita nur die grammatische Person und nicht die Tempusform des finiten Uab Meto-Verbs angeben, bilden diese Adverbien die einzige Möglichkeit, das jeweils angesprochene Geschehen mit der zeitlichen Perspektive des Sprechenden in Beziehung zu setzen. Die drei Uab Meto-Adverbien des Verbaspekts, fe`, of und nalali, verschmelzen im Sprachgebrauch zu einer untrennbaren Verbalphrase:
  • nalali, ´schon, bereits, fertig´ (eine Tätigkeit ist abgeschlossen; bukae nalali, ´bereits [fertig] gegessen´) = (Vergangenheit);
    fe`, ´gerade´ (bei der Ausübung einer Tätigkeit sein; fe` antup, ´schläft gerade´) = (Gegenwart);
    of, ´werden´ (die Durchführung einer Tätigkeit beabsichtigen; of mepu, ´wird arbeiten´) = (Zukunft).

    Die Vergangenheitsform des Uab Meto-Verbs kann ebenfalls mit dem Suffix -en gebildet werden:

    Hit tokok nalali tbi sin lene (Wir wir=sitzen schon in ihrem Garten).
    Au olif fe` an=tup (Mein jüngerer Bruder er=schläft noch).
    Fai i ho of mu=kon (Nacht heute du wirst du=schnarchen).

    • Die Adverbien lo-lo, ´selten´, faetan, ´einmal, einst´, na, ´oft, häufig´, mana, ´wiederholt´ und knet es, ´einen Augenblick, Moment´, fügt man zur Kennzeichnung einer zeitlichen Quantität ein. Einige dieser Adverbien stehen immer vor dem näher bezeichneten Verb oder Adjektiv:

    Au ena lo-lo an=tup nbi in ume (Meine Mutter selten sie=schläft in ihrem Haus).
    Ho na m=nao neu ho bae? (Du oft du=gehst zu deinem Schwager?).

    Andere Adverbien, die ebenfalls die zeitliche Quantität eines Verbs oder Adjektivs erläutern, stehen hinter dem näher bezeichneten Wort:

    Sin an=nao nalali mana neu au ama (Sie sie=gingen wiederholt zu meinem Vater).
    In n=pao knet es (Er er=wartet einen Augenblick).

    • Das Adverb ala, ´nur´, erlaubt die Kennzeichnung der Begrenzung einer Handlung, einer Absicht, eines Verhaltens oder eines Ereignisses. Dieses Adverb steht unmittelbar vor dem Verb:

    Sin meo ala n=iun oe maputu (Seine Krieger-Kopfjäger nur sie=trinken heißes Wasser).
    Ho bae ala m=nao noka (Dein Schwager nur er=kommt morgen).

    • Die Adverbien nes, ´sehr, mehr´, akle`o, ´wenig´ und anes, ´am meisten´, dienen der Kennzeichnung des Grades einer Qualität. Im Satz positioniert man sie unmittelbar im Anschluß an das näher bezeichnete Adjektiv:

    Bi sopo i na=mas nes ([Die] Frau jene [ist] sie=hübsch sehr).
    Li anah es nane meot anes ([Das] Kind dort [ist] am dünnsten).

    Die genannten Uab Meto-Adverbien werden als Umstandsangabe in Verbindung mit Verben oder als unselbständige, nähere Bestimmung von nominalen Satzgliedern (Attribut) gebraucht. Sie geben die näheren Umstände eines Geschehens an, indem sie Teilsätze bzw. Verben oder Adjektive eines Satzes näher erläutern. Uab Meto-Adverbien besitzen eine hohe Mobilität hinsichtlich ihrer Position im Satz – sie können unmittelbar beim Verb oder Adjektiv stehen oder weit entfernt.

    2.3 Wörter wie

    naek, (´groß´), baun, (´klein´), mas, (´hübsch´), menu, (´bitter´), hae, (´müde´), peh, (´faul´), hin, (´klug´), mono, (´dumm´), knino, (´sauber´), makoe, (´fleißig´) mnene, (´ruhig´), matane, (´grob´), mafauban, (´dick´), mesokan, (´dunkel´), meusine, (´hell´), metan, (´schwarz´), molo, (´weiß´), mina, (´süß´), nale`u, (´schlecht´), leko, (´gut´), tuka, (´kurz´), mnanu, (´lang´), nukat, (´arm´), afa, (´dick´), folo, (´blind´), maputu, (´heiß´), matane, (´viel´), manikin, (´kühl´), feu, (´neu´), kbubu, (´rund´), teme, (´unversehrt´), ole, (´schwach´), pete, (´naß´), meto, (´trocken´), kase, (´fremd´), seti, (´frech´), mate, (´unreif´), teas, (´hart´), luman, (´leer´), san, (´falsch´), penu, (´krumm´) und onan, (´richtig´).

    sind Adjektive, die Merkmale und Eigenschaften eines Substantivs näher be#zeichnen. Mit ihnen gibt der Sprecher an, was jemand oder etwas ist oder wie sich etwas ereignet. Ihrer Form nach kennt das Uab Meto zwei Arten von Adjektiven:

    • Adjektive, die mit Personalproklitika verbunden werden müssen und solche,
    • die ohne Klitisierung auskommen: na=mas, ´sie=hübsch´, mu=peh, ´du=faul´, an=hae, ´sie=müde´ etc. (für die Proklitika siehe Tabelle oben).

    Bei der letzten Gruppe handelt es sich um Zustandsverben, die sich höchstens semantisch – und dadurch, daß sie sich steigern lassen – von den Verben unterscheieden.

    Uab Meto-Satz Interlinearübersetzung
    Li anah feto na=mas n=tok n=bi ume kbubu. [Das] Mädchen sie=hübsch sie=wohnt in ihrem Haus [dem] runden.
    Au ka lomif tefu mina. Ich nicht mag Zuckerrohr süß.
    Afi sin an=nao bi sin kuan luman. Gestern sie sie=gingen in ihr Dorf [das] leere.
    Atoin nukat le` na n=kae matane. Mann arm dieser er=weint viel.

    Von den meisten Adjektiven des Uab Meto lassen sich, wenn semantisch möglich, Vergleichsformen bilden, die durch Adjektive bezeichnete Eigenschaften einer impliziten Werteskala zuordnen. Die folgende Tabelle zeigt die Bildung des Komperativs und des Superlativs mit Hilfe von Affixen:

    Adjektiv Komperativ Superlativ
    leko; gut na=leok; besser na=leok nes; am bessten
    naek; groß na=naek; größer na=naek nes; am größsten
    kleo; wenig na=kleo; weniger na=kleo nes; am wenigsten
    mfaun; viel na=mafaun; mehr na=mfaun nes; am meisten

    2.4 Zu den wichtigsten Präpositionen des Uab Meto gehören Wörter wie

    -eu, ´nach, zu´ bzw. ´nach, zu jemandem´, -bi, ´auf, bei, zu in´, -ko, ´von … aus, von … ab´ und -ok, ´(zusammen) mit´.

    Um bestimmte Verhältnisse und Beziehungen zu veranschaulichen werden Uab Meto-Präpositionen in der Regel mit einem Substantiv oder Pronomen zu einer stabilen Einheit verbunden. Man gebraucht diese Präpositionen nie in ihrer Stammform, sondern immer zusammen mit dem Proklitikon der jeweiligen Person wie die folgende Tabelle zeigt:

    Singular Plural
    1.Person 2.Person 3.Person 1.Person 2.Person 3.Person
    au…`eu… ho… meu… in…neu… hit…teu… hai…meu… sin…neu…
    au…`eu… ho… meu… in…neu… hit…teu… hai…meu… sin…neu…
    au…? bi.. ho…mbi… in…nbi… hit…tbi… hai…mbi… sin…nbi…
    au…uko… ho…muko… in…nako… hit…tako.. hai…miko… sin…nako…
    au…òk ho…mok… in…nok… hit…tok… hai…mok… sin…nok…

    Einige Beispielsätze genügen, um die Position und Verwendung der Uab Meto-Präpositionen zu veranschaulichen:

    Uab Meto-Satz Interlinearübersetzung
    Sin an=nao n=eu nasi Sie sie=gehen nach Wald.
    Afi hit at=nao t=ok naof t=bi ume. Gestern wir wir=gingen mit meinem Bruder zu [dem] Haus.
    Au ka u=hinif atoin es nane nem nako Kupang. Ich nicht ich=weiß, Mann dieser kommt aus Kupang.
    Sekau nao nok ho ama m=eu ume kotin. Wer geht mit deinem Vater nach [dem] Haus hinter?

    2.5 Die verschiedenen Konjunktionen

    koordinierende Konjunktionen subordinierende Konjunktionen
    ma, `und` fun, `weil`
    tan, `und auch` leka, `als`
    ai`, `oder` nalali, ´danach´
    mes, ´aber´ tal, ´so daß`
    amsoput, ´dann, darauf´ bait, ´wenn, falls´
    manesit, ´sogar, vor allem´ baitle, ´vorausgesetzt, daß´
    henati, ´damit´
    on bzw. onle`, ´wie, als ob´
    natuin, ´weil, wegen´
    esnanet, ´so daß, dann, darauf´
    nak, ´daß´
    le`, ´welche(e)´

    und ihre Funktion werden im Zusammenhang mit den Satzformen des Uab Meto erläutert.

    3. Die Wortbildung im Uab Meto
    Wie die meisten austronesischen Sprachen gehört das Uab Meto zu den Sprachen mit agglutinierendem Bau (lat. agglutinare, ´anleimen´). Agglutination bezeichnet ein morphologisches Bildungsprinzip, das bedeutungstragende Morpheme aneinan#derreihend mit dem Wortstamm verbindet. Auf diese Weise wird der Wortstamm zur Quelle neuer lexikalischer Bedeutungen. Affigierung und Klitisierung, die die eigentliche Bedeutung von Nomen, Verben und Adjektiven variieren oder erweitern, spielen auch in der Wortbildung des Uab Meto eine große Rolle. Während die Affigierung ein morphologisches Verfahren darstellt, führt der morphosyntaktische Prozeß der Klitisierung des Wortstamms streng genommen nicht unbedingt zu ei#ner neuen Bedeutung des betroffenen Stammes. Da sie aber zu einem Wort mit ab#gewandelter Bedeutung führt, kann sie in diesem Zusammenhang besprochen werden.

    3.1 Klitisierung
    Klitisierung ist ein zusammenfassender Begriff für die als Proklise bzw. Enklise bezeichnete Anlehnung eines schwach oder nicht betonten Wortes (Proklitikon bzw. Enklitikon) an ein anderes. Eine deutliche Erläuterung der Funktion der Enklise erfordert es, weiter unten von Possessivität beziehungsweise von einem Possessivsuffix zu reden. Ein oder mehrere Phone eines Wortes gehen mit einem vorausgehenden oder folgenden Wortstamm eine mehr oder weniger enge morphologische Verbindung ein. Von Proklise spricht man, wenn das folgende Wort, von Enklise, wenn das vorausgehende Wort von dieser Anlehnung betroffen ist. Im Uab Meto werden insbesondere pronominale Marker durch Klitisierung mit einem anderen Wortstamm verbunden.

    3.1.1 Proklise
    Die proklitische Anlehnung und gleichzeitige phonetische Abschwächung der auf ein Phon oder eine Silbe reduzierten Uab Meto-Personalpronomia an die diesem Pronomen folgenden Wortstämme betrifft Verbstämme oder deren semantische Erweiterung durch Suffixe. Die Uab Meto-Proklise ist im weitesten Sinne mit der Konjugation eines Verbs vergleichbar. Die so vorgenommene Veränderung der morphologischen Gestalt bezeichnet jedoch allein die grammatische Person, und dies auf unterschiedliche Weise:

    wird fortgesetzt

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