Blatt Zwanzig: So`e

10. Januar 1991

Seit Montag, dem 8.Januar 1990, wohnen wir in So`e, der kleinen Provinzstadt des Kabupaten Timor Tengah Selatan (T.T.S.).
Gegen 10.00 Uhr morgens brechen wir in Begleitung von Mikhael, wieder ganz unserer Organisator, seinem jüngeren Bruder, dem Bemo-Besitzer, dessen
Schaffner und einem weiteren Passagier, den wir bis Takari mitnehmen, nach Amanuban auf.
Zuerst geht es noch einmal nach Kupang zum Markt, um den letzten Hausrat einzukaufen, bevor wir ins Landesinnere aufbrechen.

Der Umzug im gechartertem Bemo verläuft reibungslos.
Knapp drei Stunden später, nach einer Fahrt im strömenden Regen, erreichen wir Kupang.
Das Bemo nimmt die gleiche Strecke, die ich und Mikhael vor einer Woche mit dem Bus gefahren bin. Im Landesinneren hat es in der Zwischenzeit kräftig geregnet. Der Wasserstand aller Flüsse, die wir passieren, ist gestiegen.
Der Noilmina, der bei Batu Putih die Grenze zwischen den beiden Kabupaten Kupang und T.T.S. bildet, nimmt nun sein gesamtes Bett ein.
Es sind zwar keine reißenden Fluten, dennoch wälzten sich lehmig braue Wassermassen mit der Geschwindigkeit kleiner Gebirgsbäche nach der Schneeschmelze talwärts.
Lehmig braun ist auch das Wasser der anderen Flüsse, gleichgültig wie breit oder hoch der Wasserstand ist.

In So`e angekommen werden wir von unseren neuen Vermietern schon erwartet. Sie haben das Haus am Wochenende bezugsfertig gemacht.
Die Innenräume sind frisch gestrichen, die Betten mit neuen Matratzen und Kissen ausgerüstet.
Irgendwo haben sie einen altersschwachen Kleiderschrank aufgetrieben.
Die Installation der versprochenen Neonleuchten wird für den nächsten Nachmittag angekündigt.

Bei selbstangebautem Kaffee und dem süßen Selbstgebackenem regeln wir die letzten Formalitäten des Mietverhältnisses besprochen. Die Rp 700.000 für das erste Jahr wechselen den Besitzer.
Ordnungsgemäß bescheinigt eine Quittung die Transaktion.
Quittung und die Übergabe der Miete bilden den Mietvertrag. Mehr braucht es nicht für eine geschäftliche Vereinbarung.
Als Jurist bestätigt Mikhael diese für uns ungewohnt legere, vertragliche Vereinbarung, die indonesischer Praxis entspricht.
Rechtlich verbindlich und einwandfrei.
Ein angenehmer Unterschied zur Praxis deutscher Mietverhältnisse.
Hendrik Billik zieht eine ziemlich zerknüllte Quittung aus der Hosentasche. Ich legte den abgezählten Betrag daneben auf den Tisch.
Mikhael, der sich als Vermittler fühlt, übernimmt den Betrag, zählt ihn gewissenhaft Schein für Schein. Zweimal, bevor er ihn seinem jüngeren Bruder gibt, der die Prozedur des Zählens wiederholt.
Während des Ritual des Zählens herrscht gespannte Ruhe im Raum. Jeder am Tisch schaut dem mehrmaligen Zählen des Geldes gebannt zu.
Die Kinder der Familie sitzen auf der Türschwelle, vorgebeugt, tuschelnd.
Für indonesische Verhältnisse wechselte astronomisch hoher Geldbetrag den Besitzer. Es wird sehr selten vorkommen, dass einer der Anwesenden so viel Geld in die Hand nehmen kann.
Daher auch das wiederholte andächtige Zählritual.
Ich fühle mich wie im Film; Ddie Bankräuber kommen von einem erfolgreichen Coup zurück und teilen die Beute unter sich auf. Schweigend, Freude im Herzen, gleitet der hohe Geldbetrag durch die zählenden Finger.
Es geht weniger darum, den Geldbetrag zu prüfen. Es ist die Faszination, ihn Schein für Schein mit den eigenen Fingern zu berühren
Ohne einen weiteren Blick auf das Geld zu werfen, fast unbeteiligt an dem gerade zelebrierten Ritual, steckt sich Hendrik Billik das Päckchen Rp. 5000 Scheine in die Hosentasche.

Über die Familie Billik, in deren Mitte wir nun leben, werde ich mir heute nicht klar.
Wer gehört dazu?
Wo kommen sie her? Billik scheint kein Atoin-Meto-Name zu sein.
Welchen Status bekleiden sie in der Bürokratie? Sind sie doch eine Familie, deren Mitglieder in der Bürokratie beschäftigt sind.
Den ganzen Tag über gehen Nachbarn jeden Alters bei uns ein und aus.
Als das Geld endlich ausreichend befühlt und gezählt ist, sind fast ein Dutzend Jungen bei uns im Haus sind, und Kassandra umlagern.
Murmelspielen ist angesagt.
Kassandra genießt die lange vermisste Aufmerksamkeit.
Familie Billik bewohnt die Häuser zu beiden Seiten des von uns gemieteten. Hauses. Sie sind also unsere einzigen unmittelbaren Nachbarn.
Ein schon altes Ehepaar, Hendrik Billik und seine Frau sowie eine weitere, jüngere Frau mit einem Säugling. Einige der Jungen scheinen auch
zu den Billiks zu gehören. Es ist immer wieder das gleiche Problem: Niemand stellt sich vor. Namen werden bei der Begrüßung auch nicht genannt.
Der Einzelne tritt nicht in den Vordergrund.
Ich als Fremder habe den Nachteil, dass ich niemanden kenne. Ich weiß nie genau, mit wem ich es zu tun habe. An wen ich mich jeweils wenden kann.
Ich muss mir angewöhnen, zu fragen. Besonders nach Namen, Rolle und Position.
Ich muss Klarheit in dieser indonesischen Vagheit schaffen.
Unklare Situationen durch Eigeninitiative aufklären. Ich muss aufpassen, und haarscharf Peinlichkeiten vermeiden. Ich weiß nie, wo sie alle stehen.
Wo verläuft die Grenze zwischen Unhöflichkeit und dem Bonus fremd zu sein?

Seit Mittags sind wir in Soe, aber erst am späten Nachmittag allein. Endlich können wir uns in unserem neuen Heim in Ruhe umschauen.
Heidrun und Kassandre sehen das Haus heute zum ersten Mal, und ist. Zu meiner Beruhigung sind beide mit meiner Entscheidung zufrieden.
Wie versprochen steht am nächsten Morgen, dem 9. Januar der alte Benjamin Billik vor unserer Tür. Er holt mich zu den erneut anstehenden
Behördengängen ab. Er will mich unbedingt begleiten.
Entgegenkommen oder das Gefühl der Verpflichtung heraus? Etwa zu seiner eigenen Beruhigung?
All das kann ich nicht herausfinden.
Immerhin nimmt er die Orientierung ab. Ich lehne mich entspannt zurück, muss mich im Moment um nichts kümmern. Für alles ist gesorgt.
Pak Billik führt mich durch die verschiedenen Behörden. Er erzählt mir, dass er früher Ketua Rukun Wilayah war. Gebietsvorsitzender auf der Verwaltungsebene unterhalb des Desa
Jetzt ist er Ppensionär.
So kennt er sich aus, hat gute Beziehungen in den Kantoren. Alles in allem ein Gewinn für mich.
Wir fahren mit dem Bemo, das direkt an unserem Haus hält in die Stadt.
Praktischer geht es kaum noch.

Unser erster Gang führt uns in den Kantor Kelurahan Oebesa, der Gemeindeverwaltung unseres neuen Wohnsitzes. Der gleiche Gang wie in Deutschland ins zuständige Einwohnermeldeamt. Pak Billik stellt mich dem amtierenden Pak Lurah von Oebesa vor. Ein älterer Mann aus Rote, mit gepflegtem, von Pomade glänzenden, exakt gescheitelten und nach hinten zurückgekämmten Haar. Er sitzt gelangweilt hinter seinen Schreibtisch, saugt an einer Zigarettenspitze aus Bernstein eine fast heruntergebrannte Gudang Garang ohne Filter.
Mit mit müdem, melancholischem Blick schaut er mich an. Ob es an dem einfach eingerichteten Büro, der schon ziemlich heruntergekommenen Einrichtung oder der grünen Uniformen liegt. Fast unmittelbar denken ich den Film Der Schatz der Sierra Madre.
Ich setze mich auf den wackeligen Besucherstuhl vor dem Schreibtisch des Pak Lurah und kippe beinahe um.
Mit einem freundlichen Silakan lege ich dem Pak Lurah meinen inzwischen beachtlichen Stappel fotokopierter Unterlagen vor, die ich während meiner Odyssee durch die Behörden in Jakarta und Kupang gesammelt habe.
Ich stelle fest, dass mein erster Eindruck nicht falsch ist. Pak Lurah ist mit seinen Gedanken nicht bei der Sache. Irgendwie abwesend. Er stellt mir Fragen zu meiner Person. Meinem Forschungsvorhaben in So`e. Gleichzeitig blätterte er gelangweilt durch meine Fotokopien.
Desinteressiert, mit seinem fünf Zentimeter langen, hakenförmig gebogenen, rechten Daumennagel.
Plötzlich wechselt er so schnell das Thema, dass ich zuerst nicht sicher bin, ob ich ihn richtig verstehe. Zweimal frage ich nach.
Ob ich mich in Ostaustralien auskenne, will er wissen. Überrascht von dieser Wendung fallen mir Prüfungsfragen ein. Allgemeinwissen abfragend.
Überrascht fällt mir kaum Vernünftiges ein. Ich stammele von Sydney, Melbourne, Canberra. Von Westaustralien. Na ja, von Perth hatte ich immerhin schon gehört.
Ob ich etwas über Adelaide wisse, fragt er mich. Ich weiß, wo diese Stadt liegt, mehr nicht, und zucke mit den Schultern. Er habe die Adresse eines Freundes verloren, weiß nicht mehr, wo die Stadt, in er lebt, liegt.
Die Erklärung für seine seltsamen Fragen an mich.
Wir reden auch hier über die deutsche Wiedervereinigung. Er ist erfreut und beruhigt, dass ich aus Westdeutschland komme.
Trotzdem frage ich mich, ob er in dem Orang barat den Weißen sieht, der sich von einem Australier nicht unterscheidet.
Auch in Timor sind Nachts die Katzen grau.

Während meines chaotischen Gesprächs mit einem völlig abwesenden Pak Lurah, dessen Schreibtisch, raumbeherrschend die Stirnseite des Büros einnimmt, ging alte Billik mit meiner Visitenkarte an einen der beiden Schreibtische, auf der rechten Seite des Raums.
Gesprächsfetzen klangen zu mir herüber. Ich hörte, dass inzwischen meine Personalien aufgenommen wurden.
Pak Billik buchstabierte dem Beamten meinen Namen.
Als der Pak Lurah von nichts über Adelaides erfahren konnte, verabschiedete er mich schnell. Nein, meine Unterlagen brauche er nicht.
Als ich aufstand, war er schon wieder im Brüten versunken.

Pak Billik und ich fuhren durch die Gartenlandschaft So`e. Anfang Dezember, mit Beginn der Regenzeit steht der Mais fast kniehoch. In drei Monaten, Ende April, ist er reif zur Ernte.
Wir fahre mit dem Bemo zur nächsten Behörde, ins Verwaltungsgebäude des Bupati von T.T.S. (Daerah Tingkat II), ins Bagian Direkturat Sos
Pol um dort das Schreiben von Sos Pol Kupang abzugeben.
Wieder ein freundlicher Empfang in einem der Großraumbüros im Hinterzimmer dieser Verwaltung. Alles geht ruhig und ohne besondere Eile.
Die Beamten schieben mein Anliegen nicht auf die lange Bank.
Mikhaels Bekannter, der Kepala Sos Pol, Pak Latole, war leider nicht im Hause. So kann ich Mikhaels Grüße nicht persönlich überbringen.
Ich erkläre einem der anwesenden Beamten worum es geht und dieser rief lauthals Penelitian durch den Raum.
Mit diesen Worten reicht er mich an den zuständigen Beamten weiter. Alles kein Problem, ich muss zunächst zu POLRI. Dann soll wieder kommen, alles sei dann für mich vorbereitet.

Erst jetzt fällt mir das zwischen Bäumen fast versteckte Gips-Standbild des Bupati El Tari auf. Fünf Meter hoch erhebt er sich über der Wiese vor der Kabupaten-Verwaltung.
El Tari, der Sabunese, ganz in der Pose sozialistischer Potentaten dargestellt. Gekleidet in eine beige Khaki-Uniform, die grüne Schirmmütze in die Stirn gezogen, so stand El Tari stramm, eine Hand an die linke Hosennaht gepresst, die andere, zum Gruß hoch erhoben, seinen imaginären Zuhörern entgegengestreckt. Oberlippenbart, den Mund zur Ansprache geöffnet, so wendet sich der in Gips erstarrte Propangadist seinem Publikum zu.
Die Pose eines beliebten Volkstribuns.

Zurück ins Bemo geht es ans andere Ende von S`oe zu POLRI, der indonesischen Staatspolizei. Wieder nicht die erwartete, bürokratische Atmosphäre. Freundlich Beamte empfangen mich, neugierig und zugewandt. Das Ausfragen beginnt mit Scherzen und Gelächter gemischt. Die Formalitäten wurden wie nebenbei erledigt.
Eine lockere Unterhaltung, die kreuz und quer durch das Büro läuft, an der jeder, auch die anderen Besucher teilnehmen.
Betel wird gereicht. Auch der Respekt vor der Uniform, und dem hohen Dienstgrad verhindert nicht den Genuss der stimulierenden Droge.
In Europa, werde ich aufgeklärt, verwenden die Frauen den lipstik pabrik. In Timor habe man den lipstik alam.
Ein verlegenes Lächeln bei der einzigen, anwesenden Frau.
Schallendes Gelächter bei den Männern.
Den alten Billik lässt der Witz kalt. Mit ausdrucksloser Mine beobachtet er die Geschehnisse um sich herum.

Kassandras Passbild auf dem Surat keterangan jalan erregt allgemeine Heiterkeit. Sie sehe doch der kleinen Michelle aus der amerikanischen Fernsehserie ähnlich.

Ich lerne Laura Homseo, Jl. Pramuka 21, So`e, kennen. Sie verspricht uns zu besuchen.

Ein weiterer Eintrag auf die Rückseite meines Ssurat jalan. Mit drei weiteren Formulare versehen ausgerüstet, die wir immer bei uns tragen sollen, fahren der alte Billik und ich zurück zu Sos Pol.
Als wir dort ankommen ist mein Anliegen, wie versprochen, fast erledigt. Gerade werden die letzten Stempel auf Briefumschläge und neuen Schreiben gedrückt. Ich zähle neun und während die Adressen per Hand auf die gerade gestempelten Umschläge geschrieben werden, finde ich mich im Stillen fluchend, mit neun weiteren Behördengängen ab.
Doch es kommt nicht schlimm wie befürchtet. Einer der Briefe ist für mich, drei weitere für die Camat-Verwaltungen in T.T.S., ein fünfter für den Kepala des örtlichen Kantor Perindustrian.
Ein Brief für den Kantor Kecanmtan in Molo Utara in Kapan.
Ein Brief für denKantor Kecamatan Amanuban Tengah in Niki-Niki.
Ein Brief für den Kantor Kecamatan Amanatun Selatan in Oinlasi.
Ich werde angewiesen, diese Kantore aufzusuchen, wenn sich meine Forschungen auf die Verwaltungsbereiche eines dieser drei Kecamatan erstreckt. Der Inhalt des dort vorzulegenden Schreibens weist meine Befugnis, dort arbeiten zu dürfen nach, und bittet die Behörden, mich nach ihrer Möglichkeiten zu unterstützen. Ganz konkrete Hilfestellung der lokalen Behörden.
Bupati Piet Tallo, der Sabunese, als Oberschutzengel.
Was will ich mehr.

Ich bin nicht davon überzeugt, aber der altae Billik meint, wir sollten sofort zum Kantor Perindustrian gehen. Den gerade erhaltenen Brief dort abgeben. Ich fühle mich nicht wohl bei dem Gedanken, lasse mich aber in meiner üblichen Unsicherheit bei Behördendingen überreden, ohne den Inhalt des Briefes, den ich abgeben soll, zu kennen. Kaum im Büro des Kepala, merke ich auch schon, dass ich viel zu früh hier bin.
Der Vorsteher der Behörde fragt mich, wie unterstützen könne. Im Moment nicht, antworte ich ihm.
Zuerst will ich die Regionalsprache lernen.
Gleichzeitig Informationen über die Region sammeln, Kontakte schließen und Informanten suchen.
Ohne Sprachkenntnisse und ohne die entsprechende Kontakte, ohne Kenntnis der Region, sei dies nicht möglich.
Ich komme auf sein Angebot zurück, sage ich ihm.
So einfach komme ich nicht davon.
Ich bekomme vom Kepala, Pak M.L. Baok, Informationen, von denen er glaubt, sie unterstützen meine Vorbereitungen unterstützen, die er in die richtige Richtung lenken will.
Gleich hat er mehrere Vorschläge zur Hand:

Das Kabupaten T.T.S. besteht aus drei Territorien: Molo, Amanuban und Amanatun. Die seien wiederum in mehrere Kecamatan gegliedert:

Molo Utara Molo Selatan Amanuban Tengah Amanuban Barat Amanuban Selatan Amanuban Timur Amanatun Selatan Amanatun Timur
Kapan ? Niki-Niki So`e Panite Kie Oinlasi Putain

Pak Baok orientiert sich an dieser Gliederung und nennt die folgenden Desa als für mein Forschungsvorhaben geeignet:

Molo Utara Molo Selatan Amanuban Tengah Amanuban Barat Amanuban Selatan Amanuban Timur Amanatun Selatan Amanatun Timur
Ajobak (Kapan) Biloti (Siso) Noenoni (Pene Utara) Niki-Niki (Raja Nope) Polo (Panite) Boti (Niko Fallo) Oinlasi (?) Nunkolo (Raja ?)

In den beiden nächsten Tage, dem 9. und 10. Januar richten wir uns mit unseren knappen Mitteln ein, improvisieren viel um unser neues Heim für das nächste Jahr zu erobern.
Heidrun erkundet die lokalen Märkte und erledigt die Einkäufe, besorgt alles Notwendige, ich kümmere mich um Kassandra oder bin mit der Einrichtung beschäftigt.
Neben dem ganzen Verwaltungskram, den Auseinandersetzungen mit der Bürokratie, fehlt mir einfach der Nerv, mich auch noch um flexible Preise, Handeln und Markt zu kümmern.
Viel ist nicht einzurichten gab, das Nötigste haben wir aus Kupang mitgebracht. Abend am 10. Januar haben wir das Meiste geschafft.

Die ersten Cikcaks ziehen in unser Haus ein. Ich zählte zwei ausgewachsene Exemplare und eine kleine Echse.
Sie sind auch dringend nötig. Jeden Abend wimmelt es von den unterschiedlichsten Insekten. Kommen in den nächsten Tagen nicht weitere Cikcaks, werden die drei noch Tage brauchen, alle Insekten zu fressen.
Am dritten Tag haben wir alle offenen Fenster mit Kain kelambu verschlossen. Die Cikcaks leisten ganze Arbeit und der Nachschub an
Moskitos versiegt.
Am vierten Tag sind es spürbar weniger geworden.
Ich hoffe, ich kann mich im Lauf der nächsten Wochen an Insektenflut gewöhnen. Insekten sind wirklich nicht mein Fall. Abends im Zimmer fühle ich mich wie in Deutschland auf der Terrasse in einer milden Sommernacht, umschwirrt und gestochen.

Inzwischen habe ich die ersten beiden Skorpione erschlagen, die Abends im Haus herumliefen. Anscheinend kommen sie Nachts aus ihren Verstecken.
Hoffentlich ist Kassandra vor ihnen sicher.

Das Klima in S`oe ähnelt dem deutschen Frühling und warmen Hochsommer.
Warme, keine wirklich heißen Tag, mit Temperaturspitzen am Mittag und kühlen, angenehmen Abenden und Nächten. Kein durchgeschwitztes Erwachen am Morgen mehr.

Am Nachmittag bereitete ich mich auf meine erste Stunde Sprachunterricht vor. Ich entwerfe eine Methode, die Sprache systematisch zu dokumentieren.
Mein in Kupang kennengelernter Sprachlehrer, Marcelinus Besa, versetzt mich heute.

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