Totenritual der Atoin Meto

Während meines Forschungsaufenthalts in Amanuban hatte ich zweimal die Gelegenheit, an einem Totenritual teilzunehmen. Unter gewissen Voraussetzungen war es mir möglich, relativ ungestört einzelne Riten dieses Rituals zu beobachten, wobei ich immer wieder, in von der Teilnahme einzelner Riten ausgeschlossen wurde. Dies lag daran, dass man sich in Amanuban heute der überlieferten Rituale schämt, sie als heidnisch versteht und als animistisch abwertet. Im modernen Indonesien ist es wichtig, Keagamaan, Religion, zu haben. Kepercayaan dagegen, die indigene Religiosität, ist weitgehend diffamiert und behindert soziale Mobilität.
Einem Europäer und Christ präsentiert man sich in Amanuban heute nur in seiner christlichen, religiösen Identität. Erst wenn die gegenseitigen Beziehungen vertraut und verlässlich erscheinen, verändert sich dies. Gute Beziehungen wachsen erst über Monate, sodass Geheimnisse gewahrt werden und Vorsicht waltet.

demnächst:

  • Totenritual in Leti, Ostamanuban;
  • Totenritual in Kuan Fatu, Südamanuban.
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