Wörterliste NY (A-F)

Das kommentierte Wörterbuch des Uab Meto NY habe ich in den Jahren 1990 bis 1992 in Zusammenarbeit mit Yohanis Nahak aus Soe, Amanuban, zusammengestellt.
Alle aufgeführten Lexeme stammen aus den Fragestellungen meiner Forschungen zu den symbolischen Kommunikationssystemen der Atoin Meto: ihrer textilen Tradition sowie ihrer mündlichen Dichtung. Sie gehören insgesamt ins Lexikon des Amanuban-Dialekts (Uab Banames).

abhaet: Derjenige, der Füße hat (haek, m., Fuß; a=hae=t, Substantivierung); Bezeichnung für das Personal des Atoin-Meto-Adels, die für die im Palast (sonaf) anfallenden Arbeiten herangezogen werden. Ihre Unterkünfte befinden sich deshalb in Sonaf-Nähe, meistens in der Peripherie der Wohnungen der Mitglieder der Adelsfamilie.
Aufgrund ihrer besonderen Kenntnisse und Fertigkeiten besitzt ein abhaet eine günstigere ökonomische Position als die gewöhnlichen Mitglieder der evölkerung (toh ana). Ihren sozialen Status verändert ihre wirtschaftliche Besserstellung allerdings nicht.
Der Atoin-Meto-Adel arbeitet nicht selbst, sondern delegiert alle anfallenden Arbeiten an die sonafinterne Gruppe der abhaet.
Auch die Ingredienzien für ihre magischen Rituale (le’u) stellt der Adel in der Regel nicht selbst her, sondern ist dafür auf bestimmte abhaet mit Spezialkenntnissen angewiesen.

afinit: Derjenige, der mehr ist beziehungsweise mehr besitzt. Afinit ist einer der ehrenden Titel für einen politischen Funktionsträger des Adels, für einen usif oder fetor (s.a. anesi).

aki: schleifen.
Faut ak, Schleifstein zum Schärfen der Arbeitsgeräte wie benas (unterarmlanges Hackmesser) oder tofa (gekürztes Hackmesser für div. Gartenarbeiten).
Aik benas, Schärfen des Hackmessers (indon. parang); Ritual mit ritueller Rede (natoni) am hau monef (das männliche Holz; Ritualpfosten für uis neno, dem personifizierten Himmel) vor Beginn der Arbeiten zum oet kopas (mit der Absicht Unfälle bei der Arbeit zu verhindern).
Natonan apaot, ein weiteres Ritual, das den Treuhänder des Bodens (den apaot, aber auch pah tuaf) vor Beginn des neuen landwirtschaftlichen Zyklus davon informiert (natoni), dass Bäume und Strauchwerk gefällt werden müssen. Eine Bitte um Erlaubnis, die auch an die Ahnen gerichtet ist, die den Boden einst zuerst in Besitz nahmen.

ai oder aitas: etwas ziehen, damit jemand oder etwas (in den eigenen Einflussbereich) kommt.

natas: gut werden bzw. gekocht (gar) werden.

akum: Morgentau.
Seu akum, den Morgentau pflücken; Bezeichnung für die schmale Motivlinie kurz oberhalb der Webkante des knöchellangen, röhrenförmigen Frauenrocks (tais; indon. sarong) der Atoin Meto. Mit dem unteren Ende ihres Rocks streifen die Frauen beim Gehen die Tautropfen von Gras und Blüten.

akun: Ehrenname, den jeder Atoin Meto neben seinem kanaf- (Klan) und fatun. (Ahnen) Namen besitzt. Akun-Namen werden in privaten und formellen Situatione verwendet, um dem anderen Respekt zu zollen. Der Angesprochene fühlt sich so sozial erhöht und in seinem Sozialprestige bestätigt.
Während Klan- und Ehrennamen öffentlich verwendet werden, ist der Ahnenname persönliches Geheimnis. Akun-Namen werden weitaus häufiger benutzt als Klannamen, die unserem Familiennamen ähneln.
Einen Akun-Namen erwirbt jemand auf zwei unterschiedliche Weisen:

  • durch Vererbung; man kann den väterlichen oder mütterlichen Akun-Namen annehmen;
  • durch Verleihung als Auszeichnung; initiiert durch den Herrscher (usif) aufgrund besonderer Verdienste.

ala`: Mit Ala` sind mehrere Bedeutungen verbunden, die in die gleiche Richtung verweisen und mit der Herstellung von Textilien zusammenhängen. Ala` ist formaler Natur und wird von der Sache her verständlich:

  • ala`, irgendetwas dauert lange;
  • ala`at, jemand kommt zu Besuch oder ohne eine bestimmte Absicht vorbei, sitzt herum, schwatzt und bleibt lange (mit der Konnotation zu lange bleiben um noch erwünscht zu sein);
  • ala`, das Ausüben von Druck mit dem Fingernagel: um Fäden während des Webens zu teilen und zu gruppieren; um kleine Tiere mit dem Finger zu töten (zerdrücken, wie z.B. Insekten);
  • ala`, ein Vogel, der zu den Raubvögeln gehört, der fängt mit Vorliebe kleine Hühner fängt, die er durch den Druck seiner Klauen erwürgt

a`la: Bezeichnung für ein Ritual, das zwei verschiedenen Zwecken dient:

  • um jemanden zu verfluchen bzw. einen stark bindenden Eid abzulegen;
  • um jemanden auf mystische Weise zu töten.

Mit diesem Ritual verbindet man die Absicht, jemanden in die Sphäre des eigenen Einflusses zu ziehen, damit er für die eigenen Zwecke manipulierbar wird. Gedanklich besteht eine enge Verbindung zu `kai (Haken) oder le`u (magische Praxis) als eine Falle. Das A`la genannte Ritual hat den Zweck, eine solche magische Falle zu schließen (nafek a`la bzw. anote nono).
Im Gegensatz zu real vorhandenen Fallen oder Fangmechanismen erreicht das A`la-Ritual sein Ziel durch die Anwendung bestimmter Worte, einem Eid, oder einem Fluch (auch fanu genannt).

alaut: Hexe oder Hexer; lau, beißen.
Alaut bezeichnet einen Menschen, der v.a. Schwangere wegen ihres Kindes tötet. Ihnen wird nachgesagt, sie essen kleine Kinder; weibliche Alaut töten auch Männer. Mit Vorliebe essen sie Herz, Lungen und die Leber ihrer Opfer.
Für ihre Morde verwenden die Alaut Mittel, die als le`u alaut bezeichnet wird.
Auch derjenige, der durch die Anwendung der le`u lefi tötet, entwickelt sich allmählich zu einem(-r) Alaut.

Amarasi: Im Kecamatan Malaka Tengah, im Desa Manleu wird eine Sprache gesprochen, die mit dem Uab-Meto-Dialekt in Amarasi fast identisch ist.

amaunut:´Verrückter´; psychisch kranke Menschen, die in Westtimor vagabundieren und auf die Hilfe ihrer Mitmenschen angewiesen sind, die ihnen Nahrung und Unterkunft geben, die die Betroffenen oft aggressiv einfordern. Diese Situation wird von den Haushalten passiv hingenommen, bis sich ein Amaunut wieder auf den Weg macht. Eine Versorgung – weder ambulant noch stationär – ist in Westtimor nicht gegeben.
Amaunut nemen, der ´Verrückte ist schon gekommen‘ ist heute in Amanuban eine Drohung mit der man Kinder erschreckt, die ungehorsam sind. Die Absicht des ´Verrückten´ ist es, den Kindern den Kopf abzuschneiden.

amnanut: Wörtlich: der, der hochgestellt ist; möglicherweise einer der ursprünglichen Titel für den Usif oder Fetor.

ame: zahm; gezähmt.

  • früher verwendet für die besiegten, und  unterworfenen Feinde (die musu aem);
  • ebenfalls die Bezeichnung für die domestizierten Nutztiere (mu`it aem)

ana`amnes: Wörtlich: der, die Macht besitzt, den Reis zu halten; gelegentlich Bezeichnung für den pah tuaf in Amanuban; vergleichbar dem tobe in Nordzentraltimor. Er gehört der ursprünglichen Siedlern an, der Neuankömmlingen ihren Wohn- und Wirtschaftsraum zuweist.
In den Texten der mündlichen Dichtung (tonis) ist der Ana`amnes auch derjenige, der über die Rituale und Paraphernalien verfügt, das Wetter, Klíma, die Ankunft des Monsuns voraussagen und die Reisernte zu beeinflussen. Dazu bedient er sich eines schwarzen Tuch, das die dunklen Wolken repräsentiert, und einem Bambusköcher, in dem Saatreis aufbewahrt wird (metan ma koa). Beide Gegenstände sind gleichzeitig die Indignien seines Amts. Auf einem Berggipfel legt er Reiskörner aus dem Köcher in die vier Himmelsrichtungen auf dem schwarzen Tuch aus.

ana`aplenat: Wörtlich: der, die Macht besitzt; der regiert; die politische Elite der Atoin Meto: Usif, Fetor, Temukung; heute auch Beamte, Lehrer und Geistliche.

anaek: Wörtlich: der, der groß ist; möglicherweise eine der ursprünglichen Bezeichnungen für die politischen Funktionsträger Usif und Fetor.

ane: Die Art und Weise, in der mehrere Streifen tusi oder tali rafia(Streifen der Gewangpalme) miteinander verflochten werden, um einen platten Zopf zu erhalten.

anesi: Wörtlich: der, der mehr besitzt [als die meisten]; möglicherweise eine der ursprünglichen Titel für Usif und Fetor (s.a. afinit).

anas: Entgegen dem Eindruck, der in der Literatur entsteht, ist Anas keine Landschaft und auch kein politisches Einflussgebiet in Amanatun. Es handelt sich vielmehr um den Namen einer isolierten Volksgruppe.
Anas kann in zwei Untereinheiten gegliedert werden – toi anas und tau anas.
Toi besitzt drei unterschiedliche Bedeutungen:

  • eine spezielle Tür in Zäunen, die aus zwei Tritten (se`at) auf jeder Seite des Zauns besteht. Auf diese Weise gelangt man über den geschlossenen Zaun ohne die Tiere freizulassen. Im übertragenen Sinn: Toi Anas, Tür nach Anas;
  • ein Wildwechsel;
  • stochern; eine Art Löcher in Holz zu bohren, bei der die Spitze des Hackmessers benutzt wird; ein wenig Erde aufbrechen

Natau, eintreten für etwas; aufrechterhalten von Ordnung; tau anas, die Adat von Anas verteidigen.
Die Landschaft Anas im Kecamatan Amanatun Utara, umfasst folgende Dörfer: Kecamatan von Amanatun, in den Desa Amanatun Selatans: Fatumnasi, Poli, Kua  Le`u, Boki. Die Landschaft Anas im Kecamatan Amanatun Selatan, umfasst folgende Dörfer: Oele`u, Bokong, Toi Anas, Skinu, Hauhasi, Sambet. Ich habe nicht den Eindruck gewonnen, dass es sich bei Anas um eine eigene kulturelle Bevölkerung handelt.
Tau Anas ist der Name eines Kuan in Lilo (früher Putain, in Amanatun Utara). Die traditionelle Tracht entspricht allerdings der in Amanatun üblichen.

ansaon anmof: Wörtlich: sein Herz bzw. Verstand ist gefallen.
Nakbita / nasman, von jemanden oder von etwas sehr stark angezogen werden; zu sehr, um noch nur angenehm zu sein. Im Gegensatz zu nasman allerdings mit positiver Wertung verbunden; inzwischen auch für: verliebt sein, sich sehnen nach.

ao: Kalk.
Ao kima (auch ao meto), Rohstoff um gelöschten Kalk herzustellen, der für Betel oder die Indigo (taum)-Färbung gebraucht wird.
Ao manik bedeutet, dass der Kalk ´kalt´ und nicht mehr verwendbar ist. Heißt es von einem Mann ho ao manik, meint man damit, er sei impotent.
Aon funuf, die menschliche Körperbehaarung.
Atoni, Mann; auchMensch.
Atoin Fui, ein Mensch, der keinen festen Wohnsitz hat und von dem niemand weiß, welche Absicht mit seinem Kommen verbunden ist; auch Feind.
Atoin Ahinet, ein kluger Mensch; jemand, der sich in allen Fragen der Kultur auskennt, ohne jedoch ein bestimmtes Amt zu bekleiden (s.a. mnais alat).
Atoin ahin hau (auch atoin ahin le`u), ein traditioneller Phytotherapeut, der über ein sehr spezialisiertes medizinisches Wissen verfügt; ein esoterisches Geheimwissen, von seinen Eltern geerbt, mit dem er seinen Lebensunterhalt bestreitet; spezialisiertes Wissen bedeutet: nur ein paar Krankheiten oder nur ein paar Medizinen.
Atusit,

  • Geburtshelferin, Hebamme (kann eine Frau oder ein Mann sein);
  • Heiler, der auf Krankheiten des Unterleibs und  der sich dort befindlichen Organe spezialisiert ist;
  • Heiler, der auf das Wiedereinrenken von Knochen, auf die Heilung gebrochener Knochen sowie auf verletzte Muskeln, Sehnen und Adern spezialisiert ist (auch `ailo`).

Ein(e) Atusit verfügt über bestimmte Kräutermedizinen, bestimmte Griffe und Streich-, Druck- und Massagetechniken, mit deren Hilfe er (sie) Krankheiten heilt.
Ntusi, streichen, reiben (mit der Absicht der Heilung von Krankheiten).
Die Richtung, in der der Heiler reibt oder streicht folgt immer den kranken Knochen, Sehnen oder Blutgefäßen. Dabei wird auf re-arrangiert, was krank ist, was aus der Ordnung geraten ist (ho mtuis kau, oder ho muailo kau; s.a. mnane).

bae: Schwager; in Molo ba`e.
Ein in Amanuban häufig gebrauchter Terminus für Schwager ist der aus dem Kupang-Malaiisch stammende Begriff kunyadu. Als Abkürzung kommt er vor allem in Noelmuti, Miomafu Barat (Timor Tengah Utara) als nalu vor.
In Amanuban ist bae die Kategorie von Verwandten die man bevorzugt heiratet; nabae, spielen. Bae wird auch im weiteren Sinn außerhalb des Verwandtschafssystems verwendet:

  • als Freund, Gefährte;
  • hinsichtlich einer Person, die man nicht kennt, die aber in gleichen Alter wie man selbst ist;
  • als in nabae (auch in meubae) in der Bedeutung, dass jemand eine andere, allerdings bekannte Person Schwager nennt, ohne die genaue verwandtschaftliche Stellung dieser Person zu kennen; in na`am (oder in meuam) wird in der gleichen, unsicheren Situation hinsichtlich des Verwandtschaftsterminus ama, Vater, verwendet.

bael pake: Gattungsname für Kleidung; einen Eigennamen für die traditionelle Tracht kennt das Uab Meto nicht (s.a. tanus).

batan human: wörtlich Grenze des Gesichts; Gesichtrand, was man noch gerade sieht.
Bezeichnung für die quer verlaufenden Motivpartien (human; auch für ein vollständiges Motiv üblich); die Einteilung identischer Hauptmotive in einzelne Segmente (s.a. kbatas).

bayafa: Eine Echsenart, und eins der Echsenmotive der Atoin-Meto-Tracht (Bahasa Indonesia buaya darat); eine graue Echse, die in Größe und Gestalt dem Gecko ähnelt. Für Menschen ist die in Erdlöchern lebende Echse nicht gefährlich.

beba: Rippe des Blatts der Gewang-Palme.
Beb nisif, Dornen der Blattrippe.
Beb nisa,  eine äußerst giftige Raupe (ähnlich einem Tausendfüßler), deren Biss angeblich schmerzhafter und gefährlicher sein soll, als ein Skorpionstich (s.a. kauna).

be`i oder be`: Großmutter.

besimnasi: Krokodil (auch: be`i):

  • besi, Eisen; Haut hart wie Eisen; mnasi, alt. Wörtlich: das alte Eisen, wahrscheinlich das große Salzwasserkrokodil;
  • auch: be`i mnasi, die alte Großmutter (im totemistischen Sinn);
  • besi im Kontext Krokodil: nur verwendet, wenn abstrakt über ein Krokodil geredet wird, dessen Anwesenheit weder vorausgesetzt noch erwartet wird. Früher nur in der Ritualsprache erlaubt – im  Alltag nicht zugelassen, sondern durch Uis Oe, Oe Tuaf oder Be`i ersetzt.

bena: Brett, eine glatte, flache Fläche; auch geographisch als Merkmal einer Landschaft; Ebene.

bene: ebnen, abflachen, glätten (als Verb nben).

benas: Hackmesser (indon. parang), Hauptarbeitsgerät des täglichen Gebrauchs in Haus und Garten.

betan: die quergestreifte, zweifarbige Webkante des lang rechteckigen Schals (mau ana oder fut puah), den Frauen in formellen Situationen als Teil ihrer Tracht tragen.
Betan, der unterste Teil von etwas.
Nbet, den Fuß während des Gehens berühren; die Webkante des bis an den Knöchel reichenden tais (indon. sarong) der Frau.

beti: Reiseproviant (im Amanuban-Dialekt).

bete: Bezeichnung für das große Hüft-Umschlagtuch der Tracht des Mannes in Molo, Miomafo und in ganz Nordzentraltimor. In Amanuban mau.

bia: Büffel; auch Rind.
Bia meto, Wasserbüffel;
Bia molo, das Bali-Banteng.Rind;
Bikase, Pferd (wörtlich: fremder Büffel);
Bia te`, Fäkalien von Rind und Büffel;
Bikaes te`, Pferdefäkalien.

bias: schlagen, anschlagen (tetu im Molo-Dialekt). </p

biklusu: eine kleine, im Haus lebende Eidechse.

bilu nabit: miteinander verbunden:

  • zwischen zwei gefaltete Hände nehmen (einklemmen);
  • bzgl. eines Zauns, den große Tiere nicht überschreiten können;
  • ein Gebiet, das neuen Siedlern vom Fürsten (usif) oder Herrn des Bodens (pah tuaf) als eine Art Lehen gegeben wurde, damit sie sich dort ansiedeln konnten; gleichzeitig zur Sicherung Grenzen des Gebiets des Usif (Palast- oder Landesgrenze).
    Im Gegensatz hu fui, die potentiell besiedelbare, unbewohnte Wildnis.

bi otu: eine Frau (bi, höfliche Anrede), die eine tope-Maske verwendet, um Kinder oder Erwachsene zu erschrecken (in der Absicht, die man als klau bezeichnet).

bi soto: die Töchter von Adeligen; kato, Titel der Gemahlin von adeligen, politischen Funktionsträgern.

boin bife: charakteristischer Ausruf des Erstaunens einer Frau (in Molo: noen bife). Boin atoni bzw. Noen atoni beim Mann.

bok hun: ausreißen von Alang-Alang-Gras (humusu, wörtlich feindliches Gras) für Hausdächer.

bonet: ein Reigentanz mit verschiedenen Schrittfolgen der Männer (in zwei in Amanuban, acht in Amanatun; auch in Molo).
Der Name Bonet bezieht sich auf die für diesen Tanz charakteristische Fußbewegung; ein Reigen, der schleppend im Kreis getanzt wird, begleitet vom monotonen Gesang der Tänzer

bosen: die Seitenbahnen von Insana-Textilien; in Amanuban ninef.

boto: verkleben; das Verschließen großer Löcher.

bu`at: der Haarknoten der Männer und Frauen; Männer tragen ihren Knoten hoch auf dem Hinterkopf, Frauen den ihren tiefer im Nacken.
Nabu`a, versammeln, zusammenfassen.
Bu`at, zusammenfassen der Haare, sodass sie eine Rundung bilden.
Der kleinere Haarknoten der Kinder heißt bu`it.
Bu`it heißt auch der Abschluss des Dachs, in dem die Humusu-Bündel zusammen gebunden sind; Knoten des Hausdachs.
Die Grasbedeckung des Getreidespeichers (lopo) und des traditionellen Rundhauses (ume kbubu) wird an der Spitze des Dachs zusammengefasst und gebunden. Von unten werden mehrere zugespitzte scharfe Bambusstäbe nach oben durchgestoßen, sodass Vögel daran gehindert werden, die Dachspitze zu beschädigen. Zum Schutz vor Regen und Beschädigung setzt man auch häufig halbierte Kokosnussschalen auf den Bu`it. Obwohl nicht ursprünglich, verwendet man häufig aus Holz gearbeitete Giebelverzierungen wie Vogel oder Mensch. Der Verkauf an Händler bzw. Sammler hat dazu geführt, dass solche Aufsätze inzwischen selten geworden sind. Traditionell ist aber allein der Bu`it.

buna`: Zeichnung, Motiv; angebracht auf weichen Gegenständen, besonders Geweben.
In Amanuban unterscheidet man drei verschiedene Arten eines Buna` für Gewebe: (bun) saeb; (bun) ala`; (bun) matani`.

ekam: Krokodilzunge; eine Aloeart, deren Form die Atoin Meto an die Zunge des Krokodils erinnert und deren Blattränder viele kleine, rückweisende Dornen (nisif, Zahn) besitzen; die grünen,fleischigen Blätter werden in Wasser gekocht bis sie zerfallen, um an die weißen baumwollartigen Fäden zu kommen, die zur Herstellung von Seilen verwendet werden. Das Fleisch der Pflanze wird als kalt (manikin) angesehen; wildwachsend.

  • eka,(ver-)schließen; ek eno, die Türe verschließen; eine Tür, die einst aus Blättern gefertigt wurde. Im Unterschied zum tobe, einem aus Palmblättern geflochtenen Deckel mit dem Speisen abgedeckt werden. Ekat bezeichnet auch Ver- oder Abschließendes; ebenfalls in abstrakter Hinsicht.
  • Ebenfalls einen Viehstall, dessen Eingang mit mehreren Querhölzern verschlossen wird (keine Tür); den äußersten Teil einer Gewebepartie; eine Motiveinheit.
  • Ek fui, ein kleiner Baum aus dessen Blätter Material für das Flechten von Matten gewonnen wird.
  • Ek kase, Ananas (kultiviert, fremd); die Blätter liefern eine Substanz, die bei der Beseitigung von Haarschuppen nützlich ist.</li<
  • Ekat, Verschluss, Deckel. Die Verfluchung durch zornige Ahnen, die sich in ständigen Schwierigkeiten für ihre Nachkommen auswirkt, wird wird ebenfalls ekat genannt (metaphysisch).

ela`: (auch elaf) eine allgemeine Bezeichnung für Rituale (neben diesem Gattungsnamen besitzt jedes Ritual einen eigenen Namen
Moe ela`, (ein) Ritual durchführen.

elak: Leiter.

fafon: oben.
Mau fafof, das als Oberkleid getragene rechteckige Hüfttuch der Männer als Bestandteil der Atoin-Meto-Tracht (mau).

falo: Ohrring; auch ein Riegel um Türen zu verschließen (Klapp- oder Schieberiegel).

fanum: eine Schlingpflanzenart, die schmarotzend auf Bäumen wächst und in die Gruppe der Nono-Pflanzen gehört; sieht der MAUSBOKO-Schlingpflanze täuschend ähnlich, hat allerdings kleinere Blätter als diese.
Wie die MAUSBOKO liefert sie hervorragendes Bindematerial, das für die Errichtung von Zäunen Verwendung findet. Mit den hölzernen Teilen dieser Pflanze werden die Zaunlatten an ihre Pfosten angebunden. Im frischen Zustand verwendet wird es schnell sehr hart und haltbar.
Asafanu, sich verstellen, heucheln; etwas mit Absicht ausführen.

faok nais: die trockene, heiße Jahreszeit (in Molo fak nais).
Fako, unklare Bedeutung.
Nais, ein Seil anbringen, sodass etwas aufgehängt werden kann; ein kleines Loch bohren, damit ein Seil oder Faden durchgezogen werden kann, und das Gelochte gehalten wird (s.a. oe fat).

fatu: Stein.

  • fatu bibi, ein nicht besonders begehrter Kalkstein, der stark mit Erde verunreinigt ist und der zur Herstellung von ao bibi führt. Nach der Herstellung bleiben Reste der Verunreinigung im gelöschten Kalk, liefert also eine minderwertige Kalkqualität, die zwar auch als heiß bezeichnet wird, jedoch sehr schnell kalt, d.h. unbrauchbar wird. Der Name erinnert an Plätze, wo sich häufig Ziegen häufig versammeln, wo diese Steine auch gefunden werden. Gelöschter Kalk ist für den Konsum des Betels (puah manus) notwendig, der die stimulierenden Alkaloide löst.
  • faut le`u, Steine, die als Hinterlassenschaft der Ahnen angesehen werden.

Im Haus übernehmen sie die Funktion alles für die Existenzsicherung notwendige zu beschweren, damit es nicht verschwinden kann (insbesondere Mais und Vieh).
Die Steine an der Basis eines tola (bzw. hau monef), eines mit seiner Krone im Boden versenkten Baums, an dem die Rituale der Lineage und des Klans durchgeführt werden; bei der Anrufung und Speisung der Ahnen dienen als sie als Medium, das Gebet und Opfer überträgt.

  • faut kima, fossiler Muschelkalk, der zur Herstellung von gelöschtem Kalk dient, der in der Indigo-Färberei (s.a. taum) sowie beim Betelkonsum (s.a. puah manus) eine wichtige Rolle spielt. Dieser Rohstoff wird als der beste Kalk bezeichnet, denn nur er wird richtig heiß (menas), hat das notwendige Potential um die gewünschte Wirkung zu entfalten.
    Faut kima bildet das Ausgangsmaterisl für ao kima oder ao meto. Er ist von rein weißer Farbe. Faut kima ist inzwischen selten geworden und es müssen größere Anstrengungen unternommen werden um in seinen Besitz zu gelangen.
  • faut oni ist der zweite beliebte Rohstoff für die Herstellung von gelöschtem Kalk, der auf fossile Korallen zurückgeht. Er ist viel leichter als Faut kima, jedoch von schmutzig weißer, fast gelblich Färbung. Für die Indigofärberei ist er nicht erlaubt. Für den Betelkonsum gibt es kein derartiges Verbot. Oni heißt er deshalb, weil der Stein, von dem er gewonnen wird, an ein Stück Bienenwabe erinnert.

feun kaes sufa oder feun kase: ein Strauch, dessen Früchte dem Kemiribaum (fenu) gleichen. Dieser Baum ist sehr häufig als Heckenpflanze anzutreffen, weshalb er fremde Kemiri heißt (kase, fremd). Die Samen dieses Strauchs enthalten ein Alkaloid mit Rauschwirkung. Wie die hau kop sufa dienen die gelben Blüten (deshalb auch der Name fenu molo, gelbe Kemiri) dieses Strauchs dem christlichen Grabkult.

filof: die beiden Querhölzer eines si`lak, dem Rahmen für die Schärung der Ikatkette, die die Breite des Gewebes festlegen.
Finuf, die große Sehne, die den Ober- mit dem Unterschenkel verbindet.
Filof, Teil eines si`lak, der die beiden hau mneo miteinander verbindet.

fua: Kern; Same. Fuan, einen Kern, einen Samen besitzen.

fufun: die Stelle mitten auf dem Kopf, auf dem Frauen schwere Lasten tragen (indon. ubun-ubun; Scheitel, Fontanelle.
Ganz allgemein auch der obere Teil von etwas.
Die farbigen Kettstreifenbündel auf den Ikat-Textilien in Insana; in Amanuban tuis , da sich diese Streifen oberhalb der breiteren Ikatstreifen befinden, die sie einfassen.

fui: wild;
früher auch für den noch nicht besiegten Feind (musu fui).
Auch eine Bezeichnung für wilde Tiere als mu`if fui oder kaun fui (mu`if, domestizierte Haustiere; kauna, eine allgemeine Bezeichung für alle Arten von Kriechtieren).

fukaf: die Bezeichnung für den Fransenteil eines Mau im undurchschnittenen sowie im aufgetrennten Zustand.
Fukan, von etwas zuviel haben;
Fukaf, der Teil, der zuviel ist;
Fuk anteni, etwas um einen Teil vermehren.

futus: die pan-indonesischen Fadenreservierungstechnik; Ikat.

  • Futu n`ek, die fertig angebrachten Reserve, die mit einem Knoten geschlossen werden; d.h. auch: eine Grenze setzen;
  • fut enaf: der Hauptmusterstreifen der Ikat-Textilien; enaf, Mutter; Mutter-Futus;
  • fut anah, Bezeichnung für alle Ikat-Nebenmusterstreifen; anah, Kind; Kinder-Futus;
  • fut aunu, Name eines Ikats mit Speerspitzenmotiv; kein Motiv des überlieferten Atoin-Meto-Inventars, dem es stilistisch nicht entspricht. Es handelt sich bei diesem Motiv sehr wahrscheinlich um eine Nachbildung des indischen Tumpal-Motivs; sehr häufig auf importierten, bedruckten Stoffen;
  • fut pua, ein Gewebe, das vollständig mit Ikatmotiven verziert ist, und das nur an den beiden Längsseiten eine schmale farbige Webkante (betan) besitzt (auch: fut luman oder futoke).

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